Deutsche Bahnradfahrer Zweimal Silber, einmal Gold
Sydney - Der 22-jährige Stefan Nimke aus Schwerin holte sich in Sydney im 1000 Meter-Zeitfahren in 1:02,487 Minuten die Silbermedaille hinter dem Überraschungs-Olympiasieger Jason Queally (1:01,609) aus Großbritannien, der einen neuen Olympischen Rekord aufstellte. In der 4000-Meter-Einzelverfolgung stehen am Sonntag Robert Bartko (Berlin) und Jens Lehmann (Leipzig) im Finale, so dass Gold und Silber für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) schon feststeht.
Lehmann hatte im Halbfinale gegen Rob Hayles (Großbritannien) leichtes Spiel. Der Gold- und Silbermedaillengewinner von Barcelona gewann klarer als Doppel-Weltmeister Robert Bartko aus Berlin gegen den frenetisch angefeuerten Brad McGee aus Australien. Damit kommt es zu einem "Bruderkampf" und dem selben Finale wie bei der WM in Berlin im vergangenen Oktober.
Sören Lausberg musste im Zeitfahren in 1:02,937 mit dem undankbaren vierten Rang unmittelbar hinter Bronzemedaillen-Gewinner Shane Kelly (Australien/1:02,818) zufrieden sein. Den gleichen Rang hatte der bullige Berliner, der die Bahn stocksauer verließ, vor vier Jahren in Atlanta belegt.
Der auf Gold abonnierte Lokal-Matador Kelly enttäuschte seine Landsleute im Zeitfahren ebenso wie der haushohe Favorit Arnaud Tournant die Franzosen. Der amtierende Weltmeister aus Frankreich war das Rennen wie Kelly, der in Atlanta an einer möglichen Goldmedaille vorbeigefahren war, weil er beim Start aus dem Schuh rutschte, zu schnell angegangen.
Die deutschen 500-Meter-Zeitfahrerinnen waren bei der ersten Entscheidung im Dunc Gray Velodrom bei der Medaillenvergabe leer ausgangen. Ulrike Weichelt aus Erfurt fuhr mit 35,315 Sekunden bei der Olympia-Premiere dieser Disziplin auf Rang sechs, die Deutsche Meisterin Kathrin Freitag aus Frankfurt (Oder) wurde mit 35,473 siebente. Die Goldmedaille holte sich die Französin Felicia Ballanger, die ihren eigenen Weltrekord (34,010) in 34,140 knapp verfehlte. Die zehnfache Weltmeisterin verwies die Australierin Michel Ferris (34,696) auf den Silber-Platz. Bronze holte die Chinesin Cuihua Jiang (34,768).