Deutschlandtour Bennati siegt im Sprint
Kufstein - Der Italiener siegte nach 5:12:04 Stunden und 227 Kilometern von Bodenmais nach Kufstein in einem taktisch klug geführten Spurt vor seinem Landsmann Filipo Pozzato, der gestern die zweite Etappe gewinnen konnte. Bester Deutscher war Sebastian Siedler aus Erfurt vom Team Wiesenhof. Der Holländer Bram Tankink (Quickstep) verteidigte erfolgreich das Gelbe Trikot, das er sich als Sieger der ersten Etappe geholt hatte.
Gesamtsiegfavorit Jan Ullrich (T-Mobile) und Vorjahressieger Patrik Sinkewitz (Quickstep) kamen im Hauptfeld an. "Es war ein hastiger Tag, da merkt man am Ende schon seine Beine", sagte Ullrich, der diese Etappe als "nicht leicht" bezeichnete. Wohl auch deswegen, weil den T-Mobile-Kapitän immer noch eine Erkältung plagt. Aber "ihm geht es Tag für Tag ein bisschen besser", versicherte sein persönlicher Berater Rudy Pevenage. Auch heute litt Ullrich unter dem schlechten Wetter zu Beginn dieser Etappe, "aber zum Glück kam später die Sonne heraus", sagte der Deutsche, um einen Wunsch nachzuschieben: "Ich hoffe auf besseres Wetter."
Deutschlandtour: Wassertreter auf der Buckelpiste
Hinter dem Gesamtersten Tanking liegt der Ansbacher Jörg Jaksche (Liberty Seguros) als Dritter 17 Sekunden zurück, während Ullrich mit 23 Sekunden Rückstand auf Rang 26 folgt. Die Führung in der Bergwertung holte sich nach dieser Etappe der Freiburger Fabian Wegmann, der das gepunktete Trikot mit einem Zähler Vorsprung von seinem amerikanischen Gerolsteiner-Teamkollegen Levi Leipheimer übernahm. "Das Trikot ist ganz schön, aber nur ein Trostpreis. Ich wollte heute die Etappe gewinnen", sagte Wegmann.
Eine Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg könnte am Donnerstag auf dem 171,6 Kilometer langen vierten Teilstück von Kufstein nach Sölden fallen. Mit der Bergwertung am Kühtai-Sattel (2020 Meter) sowie der Zielankunft am 2670 Meter hoch gelegenen Gletscherstadion am Rettenbachferner stehen gleich zwei Höchstschwierigkeiten auf dem Programm.
Am Ende des bis zu 17 Prozent steilen Schlussanstiegs steht die höchste Bergankunft, die jemals in einem Profiradrennen in Europa angesteuert wurde. "Ich hoffe, dass Schnee liegt und wir gar nicht erst rauf dürfen", sagt Jens Voigt (CSC), der die Passage über den "Riesenberg" schon im Vorfeld kritisiert hatte. Auf den letzten 15 Kilometer geht die Fahrt mehr als 1300 Höhenmeter hinauf, im Durchschnitt sind dabei neun Prozent Steigung zu bewältigen.