DFB-Pokal Dortmund beendet Kieler Halbfinal-Träume
Hamburg - Marc Heider hatte sie, die eine große Chance im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den Meister aus Dortmund. Alleine war der Kieler Stürmer in der achten Minute auf BVB-Keeper Mitchell Langerak zugelaufen. Er hätte zum Helden werden können, doch dem 25-Jährigen versagten die Nerven. Anstatt den Ball zur Führung im Tor zu versenken, brachte Heider nur einen harmlosen Schuss zu Stande. Es sollte die einzige große Chance der "Störche" an diesem Abend bleiben - die von den Kielern erhoffte Pokal-Sensation blieb aus.
Am Ende musste sich der Viertligist gegen den großen Favoriten aus Dortmund 0:4 (0:2) geschlagen geben. Bereits nach 18 Minuten sorgten Robert Lewandowski und Shinji Kagawa mit ihren Treffern (10./18. Minute) für klare Verhältnisse. Anschließend beschränkte sich das Team von Trainer Jürgen Klopp auf die Spielkontrolle und Ergebnisverwaltung. Kiel rannte an, konnte sich aber nicht entscheidend in Szene setzen. Die weiteren Treffer für den BVB erzielten Lucas Barrios (80.) und Ivan Perisic (87).
"Dortmund kann sich auf den Punkt genau konzentrieren, und das haben sie heute gezeigt. Sie haben verdient gewonnen. Wir haben versucht, alles in die Waagschale zu werfen, aber es hat nicht gereicht. Unsere Fehler sind eiskalt bestraft worden. Aber wir haben uns anständig verkauft", sagte Kiels Trainer Thorsten Gutzeit.
Kiel vs. Dortmund: Vier Treffer für das Halbfinale
Dabei hatten die Kieler alles perfekt angerichtet, um ihrem Ruf als Pokalschreck erneut gerecht zu werden. "Meine Spieler sind geil auf den Erfolg", so Gutzeit vor dem Spiel. In den vorangegangenen Runden hatte sein Team bereits die Zweitligisten Cottbus und Duisburg sowie Bundesligist Mainz 05 ausgeschaltet. Für die Partie gegen den BVB war extra ein neuer Rasen verlegt worden. Zudem hatte man den Platz mit einer Zeltkonstruktion bis kurz vor Spielbeginn abdecken lassen, um das Einfrieren des Bodens zu verhindern. Es blieb allerdings beim Versuch - zu Spielbeginn war der Boden trotz der Bemühungen gefroren.
"Man spielt auch nicht Eishockey auf Rasen. Das ist im Profifußball nicht in Ordnung. Es müsste ein Platz mit Rasenheizung zur Verfügung gestellt werden. Wir sind froh, dass es keine schweren Verletzungen gab", zeigte sich Klopp sichtlich verärgert über die Platzverhältnisse.
Den besseren Start in die Partie erwischte der Gastgeber. Aber nach der vergebenen Großchance durch Heider antwortete der Deutsche Meister prompt. Nachdem die Kieler Abwehr den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum klären konnte, zog Perisic aus der Drehung ab. Den verunglückten Torschuss verwertete Lewandowski aus kurzer Distanz zum 1:0.
Kiel fehlt es an Ideen und Durchschlagskraft
Für Morten Jensen im Kieler Tor war es der erste Gegentreffer im laufenden Pokalwettbewerb. Der Rückstand zeigte deutlich Wirkung beim Regionalliga-Zweiten. Vom anfänglichen Offensivdrang der "Störche" war kaum noch etwas zu sehen. Der BVB konnte weitgehend ungestört kombinieren und nutzte direkt die zweite Chance zum zweiten Treffer. Kapitän Sebastian Kehl schickte Lukasz Piszczek auf der rechten Seite bis zur Grundlinie, nach dessen Pass in den Rücken der Abwehr traf Kagawa in den Winkel.
Die Kieler Fans schienen zu spüren, dass damit der Traum von einer weiteren Pokalsensation bereits vorbei war. Die 2000 BVB-Anhänger hinter Langeraks Tor gaben fortan den Ton an. Einmal mussten sie noch kurz die Luft anhalten: Eine abgefälschte Flanke von Heider landete knapp neben dem Pfosten am Außennetz (28.). Ansonsten dominierte Dortmund das Geschehen, Moritz Leitner verpasste knapp das 3:0 (35.).
In der zweiten Halbzeit beschränkten sich die Dortmunder auf Ergebnisverwaltung. Kiel kam durch die nun etwas defensivere Ausrichtung des BVB zu mehr Spielanteilen, konnte diese aber nicht nutzen. Besonders in der Offensive fehlte es den "Störchen" an Ideen und Durchschlagskraft. Zehn Minuten vor dem Ende erhöhte der eingewechselte Barrios für Dortmund auf 3:0. Sieben Minuten später war es dann Perisic der für den Endstand sorgte.
Holstein Kiel - Borussia Dortmund 0:4 (0:2)
0:1 Lewandowski (10.)
0:2 Kagawa (18.)
0:3 Barrios (80.)
0:4 Perisic (87.)
Kiel: Jensen - Herrmann, Berzel, Jürgensen, Poggenberg - Müller, Kazior - Chahed (81. Sachs), Sykora, Lindner (86. Wetter) - Heider (83. Wulff).
Dortmund: Langerak - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Leitner, Kehl - Blaszczykowski (69. Großkreutz), Kagawa (82. Gündogan), Perisic - Lewandowski (69. Barrios).
Schiedsrichter: Felix Zwayer
Zuschauer: 11.700