Machtkampf im Handball Michelmann einziger Kandidat als DHB-Präsident
DHB-Vizepräsident Michelmann: Ohne Konkurrenz
Foto: Swen Pförtner/ dpaDie Arbeitsgruppe hatte Erfolg, es wird keine Kampfabstimmung geben: Der Streit im Deutschen Handballbund (DHB) um die Neuwahl des Präsidenten ist beendet. Nach intensiven Gesprächen gibt es nur noch einen Kandidaten für das Amt. Allein Andreas Michelmann wird beim außerordentlichen Bundestag am 26. September als Nachfolger von Bernhard Bauer zur Wahl stehen. Die Landesverbände Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen zogen einen Antrag auf Abwahl aller DHB-Vizepräsidenten zurück.
Die Arbeitsgruppe war bei einem Krisengipfel vor eineinhalb Wochen gegründet worden. Auslöser war ein Machtkampf in der Führungsebene. Ex-Präsident Bernhard Bauer, der von vier der fünf einflussreichsten Verbände als neuer Vorsitzender gewünscht wurde, plante seine Rückkehr. Er war erst sechs Monate zuvor zurückgetreten, eine Findungskommission hatte daraufhin seinen Nachfolger Michelmann bestimmt. Einige Verbände fühlten sich bei der Entscheidung hintergangen und hatten die Abwahl des DHB-Präsidiums gefordert.
Nun gibt es den Kompromiss: Die Landesverbände, die Ligaverbände von Männern und Frauen sowie das DHB-Präsidium einigten sich auf Michelmann. Im Gegenzug erhielten die vier Verbände, die sich die Rückkehr von Bauer gewünscht hatten, die Zusage für umfangreiche Strukturänderungen. Im Mittelpunkt der Reformen stehen die Stärkung des Hauptamts sowie Veränderungen bei den Compliance-Richtlinien. Die umfassenden Strukturreformen sollen auf dem ordentlichen Bundestag 2017 beschlossen werden.