Dirk Nowitzki Aufstieg zum Superstar
Dallas - Dabei fühlt sich der 22-Jährige immer noch immer als "Rookie", als ein unerfahrener Neuling in der besten Basketball-Liga der Welt. Die Bezeichnung "Führungsspieler" weist er weit von sich, und an seine quasi feststehende Wahl ins All-Star-Team mag er noch nicht glauben. "Ich muss noch eine Menge lernen", sagt er kleinlaut. Der Ex-Würzburger hat wohl nicht gehört, was andere über ihn sagen, nicht gelesen, was in den Statistiken steht.
"Der Bursche hat den besten Wurf seit Larry Bird", schwärmt Boston-Celtics-Trainer Rick Pitino. Und dieser Bird gilt immerhin als der beste weiße Basketballspieler aller Zeiten. Dallas' Trainer Don Nelson bezeichnet den 2,11 Meter großen und dabei noch äußerst beweglichen Nowitzki als einen "Albtraum für jeden Gegner", die Tageszeitung "Dallas Morning News" jubiliert, dass die Mavericks "endlich wieder einen Star" haben. Amerikas renommierte Zeitschrift "Sports Illustrated" machte ihn zur Titelgeschichte. Das war vorher noch nie einem deutscher Sportler vergönnt.
Fast immer, wenn die Mavericks in den vergangenen Wochen vom Platz gingen, hatte Nowitzki die meisten Körbe erzielt. So auch am Mittwoch beim Spiel gegen Portland. Da erzielte er 29 Punkte und führte sein Team damit zum vierten Sieg in Folge. Knapp 20 Punkte stehen durchschnittlich nach jedem Spiel auf seinem Konto.
"All-Star-Niveau"
"Das ist jetzt eindeutig All-Star-Niveau", sagt Del Harris, der den krebskranken Dallas-Coach Don Nelson bei einigen der vergangenen Spiele vertreten hat. Besonders bei den Drei-Punkte-Würfen hat Nowitzki ein feines Händchen: In der NBA-Hitliste der Dreier-Experten liegt er auf Platz vier, in seinem eigenen Team auf Platz eins. Bei den Mavericks stellt er alle anderen Spieler in den Schatten: Nicht nur, dass er während der Saison die meisten Körbe erzielt hat. Mittlerweile mausert er sich auch zum besten Rebounder seines Teams.
Fakten, die auch die LA Lakers beeindruckt haben: Angeblich sollen sie dem "German Wunderkind" Nowitzki vor einigen Wochen einen mit 100 Millionen Dollar dotierten Vier-Jahres-Vetrag angeboten haben. Doch Nowitzki ließ sie gegen die Wand laufen und verlängerte seinen Vertrag bei den Mavericks bis 2002.
Wenn die Siegesserie anhält, wird sich seine Mannschaft wohl das erste Mal seit 1990 wieder für die Play-offs qualifizieren. Auf jeden Fall kann sie schon jetzt mit 18 Siegen und zehn Niederlagen auf die beste Bilanz seit der Spielserie 1987/88 verweisen und liegt in der Midwest Division hinter den Utah Jazz derzeit auf Platz zwei.
Und der Erfolg hat einen Namen: Dirk Nowitzki.