DNA-Abgleich: Ullrich zu Speichelprobe bereit - DER SPIEGEL
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DNA-Abgleich Ullrich zu Speichelprobe bereit

Jan Ullrich geht in die Offensive: Der Radprofi widersprach Meldungen der Bonner Staatsanwaltschaft, wonach Ullrichs Lager einen geplanten DNA-Abgleich blockiert habe. Im Gegenteil: Laut seiner Anwälte will Ullrich so bald wie möglich nach Deutschland kommen und Klarheit schaffen.
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Berlin/Bonn - Durch eine neue Speichelprobe will Ullrich seine Unschuld so bald wie möglich beweisen. "Wir haben nur dem Rechtshilfe-Verfahren widersprochen. Jan Ullrich ist bereit, auf deutschem Boden eine Speichelprobe abzugeben. Das hätte die Staatsanwaltschaft mitteilen müssen. Nähere Details klären wir gerade mit der Staatsanwaltschaft Bonn", sagte Ullrichs Anwalt Johann Schwenn der dpa am Dienstag.

Schwenn klärte dabei auch darüber auf, warum man Einspruch gegen ein Rechtshilfe-Gutachten mit Beweismaterial aus der Schweiz eingelegt habe: "Der Einspruch gegen das Rechtshilfe-Ersuchen ist uninteressant, damit will Jan Ullrich seine Privatsphäre schützen." Laut Schwenn wurden im Herbst bei der Durchsuchung des Hauses von Ullrich durch Schweizer Polizisten in Scherzingen unter anderem Kalender und private Aufzeichnungen von Ullrich gefunden, "die keinen etwas angehen". Um die Speichelprobe sei es dabei nicht gegangen.

Auch Co-Anwalt Peter-Michael Diestel ließ wissen: "Wir treiben die Sache sehr konstruktiv voran, um Herrn Ullrich schnell wieder aufs Rad zu verhelfen. Dass wir blockieren, ist nicht der Fall."

"Jan Ullrich hat seine Kooperationsbereitschaft gegenüber der Staatsanwaltschaft mehrfach deutlich gemacht", hatte Ullrichs Sprecher Michael Lang zuvor mitgeteilt. Der Radprofi werde "die fortdauernde Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte nicht hinnehmen und konsequent gegen wahrheitswidrige Veröffentlichungen vorgehen".

Im sportrechtlichen Verfahren in der Schweiz will der zuständige Verbands-Justiziar Bernhard Welten mit einer Urteilsempfehlung an die Disziplinarkammer von Swiss Cycling - lebenslange Sperre oder Freispruch - so lange warten, bis er auch zusätzliches Material aus Bonn in der Hand hat. Außerdem wartet er weiter auf Unterlagen der in der Dopingaffäre gegen den Mediziner Eufemiano Fuentes ermittelnden spanischen Behörden. Ullrich und weitere 50 Radprofis sollen Fuentes-Kunden gewesen sein.

Wegen des anhaltenden juristischen Schwebezustands könnte Ullrich, der sein letztes Rennen im Juni 2006 bestritt, theoretisch im Moment fahren. Der Toursieger von 1997 hat aber weder eine Profi-Lizenz noch ein Team. Ein möglicher Interessent, "Aqua & Sapone" aus Italien, hatte erklärt, erst wenn alle rechtlichen Fragen geklärt seien, könnte an eine Verpflichtung Ullrichs gedacht werden.

Im Zuge der Ermittlungen gegen Ullrich hatte der ehemalige Profi bei den Schweizer Behörden im September eine Speichelprobe abgegeben, nachdem er bei einer Hausdurchsuchung seiner Villa in Scherzingen am Bodensee nicht angetroffen worden war. Diese Probe könnte mit dem Inhalt der bei Fuentes gefundenen und Ullrich zugerechneten Blutbeutel verglichen werden. Ullrich leugnet, gedopt zu haben und behauptet, den belasteten Mediziner aus Madrid, gegen den im Sommer der Prozess eröffnet werden soll, nicht zu kennen.

Ullrichs Anwälte und Berater haben alle Hände voll zu tun: In Bonn wird nach einer Anzeige der Rechtsprofessorin Britta Bannenberg wegen Betruges zum Nachteil von Ullrichs ehemaligen Arbeitgebers T-Mobile ermittelt. In Hamburg laufen Untersuchungen wegen des Verdachts des Meineides in dem von dem Molekularbiologen und Dopingexperten Werner Franke angestrengten Verfahren. Dazu ermittelt der Schweizer Radsport-Verband.

fpf/dpa/sid

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