Dokumentation: Ullrichs Drogenbeichte - DER SPIEGEL
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Dokumentation Ullrichs Drogenbeichte

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main gab Jan Ullrich am Samstag eine Erklärung ab. Hier die wichtigsten Passagen im Originalton:

"Hallo. Ja gut, wir wissen ja auch alle, um was es geht. Die letzten zwei Tage wurde ja fleißig berichtet und ich will auch gar nicht drum herum reden...

...ich habe gestern dem Bund Deutscher Radfahrer schriftlich meine Stellungnahme eingereicht. Darin steht, dass ich auf die B- Probe verzichte. Das heißt also für mich, dass ich die A-Probe, die positive Probe, akzeptiere. Und dass ich zum ersten Mal in meiner doch schon jetzt langen Laufbahn positiv getestet wurde.

Im gleichen Atemzug muss ich natürlich sagen, dass es überhaupt kein Doping für mich ist. Und dass ich auch in meinen ganzen Jahren oder meiner ganzen Karriere noch niemals mit verbotenen Substanzen probiert habe, meine Leistungen zu verbessern...

Die ganze Sache ist so entstanden, dass ich - wie jeder weiß - im Dezember Knieschmerzen bekommen habe. Dann habe ich immer wieder probiert, mit Aufbautraining und Reha-Maßnahmen wieder in das Renngeschehen zurück zu kommen. Es nicht geschafft habe, sehr sehr viele Anläufe genommen habe und immer wieder durch die Knieschmerzen zurückgeworfen wurde...

Das ganze halbe Jahr habe ich probiert, wie gesagt, und bin ziemlich tief am Boden gewesen. Hab' dann die Tour absagen müssen. Dann kam noch der Autounfall dazu, was auch förderlich für diese Sache war und ich hab' mich dann entschieden, mein Knie operieren zu lassen. War dann anschließend in der Reha. Und es war für mich einfach kein Erfolg sichtbar...

Ich habe diesen Erfolg, den ich erwartet hatte, eigentlich nicht sehen können. Und deswegen denke ich auch, dass es menschlich war - vielleicht sagen viele, es war ein Fehler - aber für mich ist es eigentlich menschlich, dass ich abends dann auch mal um die Häuser ziehe. Mich auch mal einfach aus meinen vier Wänden bewege und auch mal irgendwo ein Ventil brauche.

Und, ja gut, die Sache ist die, dass ich am 11. weg war, mit Bekannten, und einiges getrunken hatte. Da habe ich überhaupt nicht überlegt, habe Tabletten bekommen, hab' die eingenommen ohne zu überlegen und war mir auch in dem Moment überhaupt nicht bewusst, dass ich irgendwas Falsches oder etwas Unkorrektes mache. Am nächsten Tag war die Kontrolle da...

Es ist eine Riesendummheit für mich... Es waren keine unfairen Mittel zur Leistungssteigerung irgendwie, dass ich mir einen Vorteil verschaffen wollte. Sondern es war einfach eine Dummheit, die nicht verzeihlich ist... Und ich übernehme auch die volle Verantwortung dafür."