Doping-Affäre Phonak-Team wird aufgelöst
Hamburg - "Ich gebe auf", sagte Phonak-Eigner Andy Rihs heute auf einer Pressekonferenz. Er bedauere es sehr, dass der Radsport mittlerweile automatisch mit Doping gleich gesetzt werde. "Diese Entwicklung hat mich zum Entschluss gebracht, das Phonak Cycling Team per Ende 2006 aufzulösen", sagte er weiter.
Die aktuelle Saison soll aber noch ordnungsgemäß beendet werden. So nimmt das Team unter anderem noch an der Spanien-Rundfahrt teil.
Rihs ist Gründer und Großaktionär des Schweizer Hörgeräte-Herstellers und war für das Radsport-Engagement maßgeblich verantwortlich. Die Suche nach neuen Sponsoren sei erfolglos verlaufen, so Rihs weiter. Der geplante Nachfolger "iShares" sei mittlerweile abgesprungen.
Die Ausstellung einer neuen ProTour-Lizenz für 2007 durch den Radsport-Weltverband UCI war höchst fraglich. Denn das 2000 gegründete Team war bereits zum zwölften Mal seit 2001 in eine Doping-Affäre verwickelt.
Deshalb würden nun für die ehemaligen Weggefährten von Landis neue Mannschaften gesucht. "Wir werden nie wieder bei einem Tour-de-France-Team einsteigen", sagte Phonak-Teammanager John Lelangue. Dieser wollte nicht über Landis' Zukunft spekulieren, der die Vorwürfe bestritten hat und die zweijährige Sperre durch den Weltradsportverband anfechten will. "Was er macht, ist seine Sache", so Lelangue.
Falls Landis mit der bis zu sechs Monaten dauernden Berufung keinen Erfolg habe sollte, wird ihm der Tour-de-France-Titel aberkannt. Landis war des Dopings überführt worden, nachdem Anfang August auch in einer B-Probe eine erhöhte Menge des Hormons Testosteron nachgewiesen wurde. Damit wurde das Ergebnis der ersten Probe bestätigt. Die Proben waren nach einem dramatischen Alleingang des 30-Jährigen auf einer Etappe in den französischen Alpen genommen worden, mit dem er sich den Tour-Sieg gesichert hatte.
pav/Reuters