Doping-Anhörung: Baumann hofft auf Start - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Doping-Anhörung Baumann hofft auf Start

Vier Stunde dauerte die Anhörung - danach war Dieter Baumann wieder optimistischer. Der des Dopings verdächtige Leichtathlet glaubt sogar an einen baldigen Start.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Darmstadt - Nach einer über vier Stunden andauernden Anhörung durch den unabhängigen Rechtsausschuss des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) hat Dieter Baumann neue Hoffnung auf einen Freispruch geschöpft. "Wir gehen davon aus, dass unsere Position sich deutlich verbessert hat", sagte der wegen Dopingverdachts suspendierte Tübinger in Darmstadt. Der Rechtsausschuss muss nun darüber entscheiden, ob Baumann wie vom DLV beantragt für zwei Jahre gesperrt wird. Der Vorsitzende des dreiköpfigen Gremiums, Wolfgang Schoeppe, hatte das schriftliche Urteil für die nächsten zwei Wochen angekündigt.

Baumann gab bei der Anhörung vor allem Details aus den staatsanwaltlichen Untersuchungen bekannt. Nach der Marathon-Sitzung gab sich der 35-jährige Olympiasieger von 1992 optimistisch: "Ich bin fest überzeugt, dass man mich nicht sperren wird, nicht sperren kann", sagte der Tübinger, der beim Meeting in Nürnberg am 25. Juni fest mit einem Start über 5000 m rechnet. "Ich bereite mich psychologisch darauf vor", meinte Baumann, der in der Vorwoche bei einem Trainingstest in Tübingen in 13:18,5 Minuten die vom DLV geforderte Olympia-Norm (13:25,00) deutlich unterboten hatte.

In den vergangenen Wochen war Baumann mehrfach mit dem Versuch gescheitert, die nach zwei positiven Dopingproben im Oktober und November vergangenen Jahres durch den DLV ausgesprochene Suspendierung von ordentlichen Gerichten aufheben zu lassen. Sollte der Rechtsausschuss dem Antrag des DLV auf eine zweijährige Sperre folgen, bliebe dem Athleten nur noch der Gang vor das Schiedsgericht des Deutschen Sports, den Internationalen Sport-Gerichtshof (CAS) oder erneut ordentliche Gerichte. Ein Start bei den Olympischen Spielen in Sydney würde in diesem Fall aber immer unwahrscheinlicher.