Doping: Armstrong in Kritik, Nada in Geldnot - DER SPIEGEL
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Doping Armstrong in Kritik, Nada in Geldnot

Der Nationalen Anti-Doping-Agentur fehlt viel Geld. Australische Forscher sind bei der Jagd nach Dopingsündern einen Schritt weiter gekommen. Lance Armstrong sieht sich erneut mit Dopinganschuldigungen konfrontiert.
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Hamburg - In seinem neuen, in der nächsten Woche erscheinenden Buch "From Lance to Landis" erhebt der irische Autor David Walsh wieder Doping-Vorwürfe gegen den siebenfachen Tour-de-France-Gewinner Lance Armstrong. Der vor zwei Jahren zurückgetretene Texaner reagierte bereits auf die Anschuldigungen und erklärte der Zeitschrift "Sports Illustrated": "Ich war immer clean. Ich habe die Tour ein-, zwei-, siebenmal gewonnen, weil ich der Talentierteste im Fahrerfeld war." Walsh hatte Armstrong bereits in seinem ersten Buch "L.A. Confedential", das nach juristischen Schritten Armstrongs nicht in England erscheinen durfte, schwer belastet.

In 2005 nachträglich analysierten Urinproben aus dem Jahr 1999 war Armstrong des Epo-Dopings überführt worden. Wegen der fehlenden B-Probe konnte der umstrittene Seriensieger sportrechtlich aber nicht belangt werden. 1999 konnte Epo im Urin noch nicht nachgewiesen werden, deshalb zeigte Armstrongs vor acht Jahren genommene A-Probe keine auffälligen Spuren. Die B-Probe wurde eingefroren und 2005 unter neuen wissenschaftlichen Möglichkeiten ein weiteres Mal untersucht.

Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) fordert für die Bewältigung der Aufgaben eine Verdreifachung ihres jährlichen Budgets. "Nur eine nachhaltig stabile Finanzdecke kann einen effektiveren Kampf gegen Doping zum Nutzen des Sports und der Athleten ermöglichen", sagte Hanns Michael Hölz, der Vorsitzende des Nada-Kuratoriums heute. Deshalb halte der Nada-Vorstand einen Etat von "fünf Millionen Euro für ökonomisch erforderlich". Das aktuelle Budget der Agentur beträgt 1,8 Millionen Euro pro Jahr. Durch neue Zusagen aus dem Radsport wird sich dieser Etat im kommenden Jahr voraussichtlich erhöhen.

Wissenschaftler in Australien haben ein neues Testverfahren zum Nachweis von Doping mit dem Wachstumshormon (HGH) entwickelt. "Dieser Test ist viel feiner als die, die es bisher gab", erklärte Dr. Ken Ho vom Garvan Institute of Medical Research in Sydney. "Meine Botschaft an die Athleten lautet deshalb: Es wird jetzt schwerer, zu betrügen." Entwickelt wurde die neue Methode mit finanzieller Unterstützung der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada).

Bisher ist Doping-Missbrauch mit HGH nur schwer nachweisbar. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen und den Winterspielen 2006 in Turin wurde der HGH-Test des Berliner Endokrinologen Prof. Christian Strasberger angewendet, bei dem ein Missbrauch bis zu 36 Stunden nach Einnahme nachgewiesen werden kann.

fpf/sid/dpa