Doping: Auffällige Werte bei Leder, Rasmussen heuert Rasmussen an - DER SPIEGEL
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Doping Auffällige Werte bei Leder, Rasmussen heuert Rasmussen an

Ein deutscher Triathlet steht unter Dopingverdacht. Der ehemalige Spitzenreiter der Tour de France will die Justiz bemühen. Gegen den geständigen Jörg Jaksche wird weiter ermittelt.
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Hamburg - Die Staatsanwaltschaft Ansbach prüft, ob sie Anklage gegen den ehemaligen Radprofi erheben wird. Das bestätigte dieser gestern der dpa. Jaksche hatte im SPIEGEL ein umfangreiches Doping-Geständnis abgelegt und hofft auf eine Kronzeugenregelung und damit eine Verkürzung der üblichen sportlichen Sperre von zwei Jahren. Er hofft auf ein Jahr Sperre und will dann im nächsten Jahr wieder fahren, "wenn mich ein Team nimmt, das sich nicht an das Schweigekartell gebunden fühlt."

Michael Rasmussen hat zur Entkräftung der Vorwürfe gegen ihn den dänischen Staranwalt Karoly Nemeth Rasmussen angeheuert. Das bestätigte die Kanzlei gestern Abend. Rasmussen war am vergangenen Mittwoch als Tour-Spitzenreiter von seinem Team Rabobank aus dem Rennen und später entlassen worden. Er soll falsche Angaben zu seinen Aufenthaltsorten gemacht haben, um Dopingkontrollen zu entgehen.

Weder Radprofi Rasmussen noch Anwalt Rasmussen wollten sich bislang dazu äußern, wie sie juristisch vorgehen wollen. Das sei erst in den nächsten Tagen zu klären. Rasmussen hatte die Vorwürfe seines Teams zurückgewiesen. Er sei wie angegeben beim Training in Mexiko gewesen. Zeugen wollen ihn jedoch zum fraglichen Zeitpunkt in Italien gesehen haben.

Bei Triathlet Lothar Leder sind vor dem Ironman Europe am 1. Juli in Frankfurt offenbar auffällige Blutwerte festgestellt worden. Der Veranstalter teilte mit, dass Leder der einzige unter 29 getesten Profisportlern war, der bei der Überprüfung von Hämatokrit-, Hämoglobin- und Retikoluzytenwert ungewöhnliche Werte aufwies.

"Das ist kein positiver Dopingtest. Ich habe nichts zu mir genommen. Es war ein freiwilliger Test", sagte Leder. "Ich habe vor meinem Start beim IM Frankfurt versichert, zu keinem Zeitpunkt in meiner sportlichen Karriere verbotene Substanzen zu mir genommen zu haben oder verbotene Methoden angewandt zu haben. Ich versichere dies hiermit nochmals", so Leder weiter.

Gegenüber dem Veranstalter Ironman European Championship konnte Leder den Verdacht aber nicht entkräften, weshalb dieser alle Startverträge mit dem zweimaligen Dritten des Ironman auf Hawaii kündigte. Wie der Renn-Organisator weiter mitteilte, hätten die Auffälligkeiten aller Einzelwerte des Befundes nach dem Regelwerk wichtiger internationaler Sportverbände unter anderem zu einer Schutzsperre geführt. Das Regelwerk im Triathlon sieht bisher eine solche Maßnahme nicht vor.

bri/sid/dpa