Doping: Deutsche Schwimmerin unter Verdacht - DER SPIEGEL
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Doping Deutsche Schwimmerin unter Verdacht

Beim Deutschen Schwimm-Verband gibt es einen Dopingverdachtsfall: Eine Probe ergab auffällige Testosteronwerte bei einer ehemaligen deutschen Meisterin. Fünf Teilnehmer der Olympischen Spiele von Peking wurden disqualifiziert.
Schwimmerin Schöber: Auffällige Probe
Schwimmerin Schöber: Auffällige Probe

Schwimmerin Schöber: Auffällige Probe

Foto: Gero Breloer/ picture-alliance/ dpa
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Hamburg - Die unter Dopingverdacht stehende Athletin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) ist die 24-jährige ehemalige deutsche Meisterin und Olympia-Teilnehmerin Sonja Schöber aus Dortmund. "Es ist richtig. Wir wurden darüber informiert, dass es sich bei der Betroffenen um Sonja Schöber handelt. Sie beteuert, dass sie keine verbotenen Mittel genommen hat", sagte Manfred Peppekus, Präsident des nordrhein-westfälischen Schwimm-Verbandes, dem Sport-Informations-Dienst.

Beim DSV wollten Präsidentin Christa Thiel und Generalsekretär Jürgen Fornoff zunächst keine Stellungnahme abgeben. Anfang November waren die Mitglieder des DSV-Hauptausschusses in Kenntnis gesetzt worden, dass es eine auffällige Dopingprobe gegeben habe und verbandsintern ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Bei Schöber sollen bei einer Kontrolle nach einem Trainingslager auffällige Testosteron- und Epi-Testosteronwerte festgestellt worden sein.

Die erhöhten Werte lassen allerdings nur indirekt Rückschlüsse auf eine mögliche Einnahme verbotener Substanzen zu. Die auffälligen Werte könnten auch durch körpereigene Hormonschwankungungen zustande gekommen sein. Schöber war 2007 deutsche Meisterin über 100 Meter Brust und ist Mitglied des B-Kaders sowie des Perspektivkaders für Olympia 2012 in London. Bei den Olympischen Spielen in Peking war sie in den Vorläufen ausgeschieden, an der WM in Rom hatte sie nicht teilgenommen.

Ihren Start beim Kurzbahn-Weltcup am vergangenen Wochenende in Berlin hatte Schöber abgesagt. Bei den nationalen Meisterschaften auf der Kurzbahn in Essen vom 26. bis 29. November darf sie nicht starten, solange das aktuelle Verfahren nicht abgeschlossen ist.

Peking-Olympiasieger Rashid Ramzi disqualifiziert

Stefan Schumacher

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die fünf Sportler disqualifiziert, denen bei nacholympischen Tests die Einnahme des verbotenen Blutdopingmittels Cera nachgewiesen worden war. Dies teilte das IOC am Mittwoch mit. Darunter ist auch der deutsche Radprofi , der seine Unschuld beteuert und längst juristisch gegen eine Sperre vorgeht. Seine Goldmedaille wieder hergeben muss 1500-Meter-Olympiasieger Rashid Ramzi aus Bahrain, der bei den Leichtathleten über 1500 Meter gewonnen hatte. Die Ergebnisse der anderen Sportler werden ebenfalls gestrichen. Die Verbände wurden vom IOC aufgefordert, weitere Konsequenzen zu ziehen.

Der Kenianer Asbel Kipruto Kiprop, der in Peking hinter Ramzi Zweiter geworden war, erhält nun Gold. Silber bekommt nachträglich der Neuseeländer Nicholas Wilis, Bronze der Franzose Mehdi Baala. Ramzi muss mit einer zweijährigen Sperre durch den Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) rechnen.

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass dem italienische Radprofi Davide Rebellin seine Silbermedaille vom olympischen Straßenrennen aberkannt wird. Aus den Ergebnislisten gestrichen wurde auch die griechische Geherin Athanasia Tsoumeleka. Die Goldmedaillengewinnerin von Athen 2004 hatte in Peking über 20 Kilometer Platz neun belegt. Außerdem ist die kroatische 800-Meter-Läuferin Vanja Perisic betroffen.

Insgesamt sechs Athleten wurden von der Disziplinarkommission des IOC angehört, fünf aber nur disqualifiziert. Bei Gewichtheberin Yudelquis Maridalin Contreras von der Dominikanischen Republik sei Cera nicht in der B-Probe nachzuweisen gewesen.

wit/sid/dpa