Dopingstudie DOSB will Nachttests prüfen
DOSB-Vorstandsvorsitzender Vesper (Archiv): "Oberster Ziel ist Schutz der Sportler"
Foto: Sandra Montanez/ Getty ImagesEinen "Schnellschuss" werde es nicht geben: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hinterfragt, ob die Durchführung von Dopingkontrollen in der Nacht verhältnismäßig ist. Das bestätigte der DOSB-Vorstandsvorsitzende Michael Vesper. Er reagierte damit auf die Veröffentlichung einer französischen Dopingstudie.
Der DOSB werde die Studie "sorgfältig analysieren und anschließend auch bewerten", sagte Vesper: "Zunächst gilt es jedoch zu prüfen, ob eine Ausweitung der Kontrollzeit auf die Nacht noch verhältnismäßig ist, wir müssen auch die Bürgerrechte der Sportler beachten. Oberstes Ziel ist und bleibt der Schutz der sauberen Sportler." Vor diesem Hintergrund werde man sich mit den Konsequenzen aus der Studie in Abstimmung mit der Nationalen Doping Agentur (Nada) beschäftigen.
Unmittelbar nach der Berichterstattung über die Studie hatte die Nada gefordert, künftig Athleten auch nachts testen zu dürfen. Die in der Studie angewandte Art des Dopings zeige, "dass Kontrollen - in verhältnismäßiger Anzahl - auch zwischen 23 Uhr abends und 6 Uhr morgens durchgeführt werden müssen, damit hier keine Lücke vorhanden ist".
Nächtliche Dopingkontrollen sind derzeit zwar möglich, werden aber praktisch nicht durchgeführt. Die Studie hatte deutliche Hinweise darauf gegeben, dass Doping in Mikrodosierung hochwirksam und kaum nachweisbar ist.