Doping-Ermittlungen: Hausdurchsuchung auch bei Godefroot - DER SPIEGEL
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Doping-Ermittlungen Hausdurchsuchung auch bei Godefroot

Im Zuge der Ermittlungen in der Doping-Affäre Fuentes sind auch die Privat- und Geschäftsräume des ehemaligen T-Mobile-Managers Walter Godefroot durchsucht worden. Der Belgier reagierte gelassen. Im Gegensatz zu Jan Ullrichs Berater Rudy Pevenage.
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Hamburg - "Die haben nur ihre Arbeit getan", sagte Godefroot, der jetzt als Sportchef des neuen Profi-Rennstalls Astana vorsteht. Von 1992 bis 2005 war der 63-Jährige beim Team Telekom und späteren T-Mobile-Team als sportlicher Leiter und Manager beschäftigt.

Über 50 Beamte des Bundeskriminalamtes und der beteiligten Länder waren gestern im Einsatz, um Privat- und Geschäftsräume in Deutschland, der Schweiz und Belgien zu durchsuchen - darunter neben dem Heim Godefroots im belgischen Gent auch das Haus des Radprofis Jan Ullrich im Schweizer Scherzingen.

Auch bei Rudy Pevenage, Ullrichs Berater, sowie beim Manager des 33-jährigen Radprofis, Wolfgang Strohband, gab es Hausdurchsuchungen. Die Ergebnisse der Ermittlungen will die Staatsanwaltschaft Bonn, die gegen Ullrich und weitere Personen aus seinem Umkreis wegen Betrugs ermittelt, frühstens "in einigen Wochen" bekannt geben, wie Staatsanwalt Fred Apostel heute betonte.

Laut "Bild"-Zeitung hatten 15 Beamte Ullrichs Anwesen am Bodensee durchsucht. Bei Pevenage in Geraardsbergen, Belgien waren acht Beamte. " Ja, sie waren da und blieben zwei Stunden", bestätigte Pevenage der dpa. Nach den Akten der spanischen Guardia Civil soll der Belgier Doping-Präparate für Ullrich von dem Madrider Gynäkologen Eufemiano Fuentes besorgt haben . "Wir haben Material sowohl in Papierform als auch Daten zusammengetragen und beginnen mit der Auswertung", sagte Apostel der dpa.

"Ein bisschen Schiss hat man immer"

Pevenage bestreitet jegliche Verwicklung. "Ich weiß, nicht, wie es jetzt weiter geht. Ich warte ab. Vom belgischen Verband oder vom Weltverband habe ich noch nichts gehört. Aber das Leben geht weiter", so Pevenage, der in ständigem telefonischen Kontakt zu Ullrich steht. Er könne nicht erklären, was die Polizei bei ihm oder Ullrich an belastendem Material gefunden haben könnte, aber "ein bisschen Schiss hat man immer". Seit 1996 ist Pevenage Berater von Ullrich.

Derweil ist sich Manager Strohband sicher, dass bei ihm kein belastendes Material gefunden wurde. "Meine Anwälte haben Einspruch eingelegt", sagte Strohband: "Da war nichts, was mit den haltlosen Anschuldigungen etwas zu tun haben könnte." Insgesamt habe die Hausdurchsuchung acht Stunden gedauert.

Die Ermittlungen der Beamten stehen im Zusammenhang mit dem Verfahren wegen Betrugs-Verdacht zum Nachteil des Rennstalls T-Mobile, das die Staatsanwaltschaft Bonn eingeleitet hat. Die Ex-Leichtathletin Britta Bannenberg, heute Professorin für Strafrecht und Kriminologie in Bielefeld, hatte Ullrich und Pevenage angezeigt. T-Mobile hatte Ullrich wegen dessen angeblichen Verwicklungen in den Doping-Skandal noch während der Tour de France fristlos entlassen.

pav/dpa

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