Doping: Erste Verhöre im Fall Baumann - DER SPIEGEL
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Doping Erste Verhöre im Fall Baumann

Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat bestätigt, im Zuge der Ermittlungen in der "Zahnpasta-Affäre" einen Masseur und einen Athleten vernommen zu haben, die im schweizerischen St. Moritz mit Leichtathletik-Olympiasieger Dieter Baumann das Zimmer während eines Trainingslagers teilten.
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St. Moritz/Tübingen - Bei dem Physiotherapeuten handelt es sich um Jürgen Melzer aus Kaisersesch. Ähnlich skurril wie die gesamte Zahnpasta-Theorie hört sich das Zustandekommen einer Zufalls-Zimmergemeinschaft während eines Höhen-Trainingslagers in dem Schweizer Nobelort im August 1999 an, wo sich zu diesem Zeitpunkt mehr als 100 Athleten aus verschiedenen Nationen zum Training aufhielten.

Jürgen Melzer erklärte am Montag: "Ein junger Athlet erzählte Dieter beim Training, dass er in der Jugendherberge wohne. Daraufhin bot Dieter ihm an, bei uns zu übernachten. Er blieb mindestens acht Tage." Den Namen wollte Melzer nicht nennen: "Es bedeutet ja auch nicht automatisch, dass er die Zahnpasta reingeschmuggelt hat." Ob es sich also tatsächlich um "Mister X" handelt, der die Tube des 34-jährigen Tübingers manipulierte, steht in den Sternen.

Der Masseur, der Baumann seit 14 Jahren sehr gut kennt, ergreift jedoch vorbehaltlos Partei für den seit den positiven Trainingskontrollen vom 19. Oktober und 12. November unter starkem Dopingverdacht stehenden 5000-Meter-Europarekordler: "Ich halte Dieter für 100-prozentig unschuldig. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche", meinte Melzer: "Ich bin guten Mutes, dass er nicht gesperrt wird."

Bauman selbst, der ab Mitte der Woche gemeinsam mit Trainerin und Ehefrau Isabelle sowie weiteren Kaderathleten in Portugal an der Algarve ein Trainingslager beziehen wird, hat offenbar seinen Optimismus wiedererlangt: "Spätestens im Sommer will ich wieder Wettkämpfe bestreiten", sagte Baumann der Tageszeitung "Heilbronner Stimme": "Die Suspendierung wird aufgehoben, daran glaube ich ganz fest."