Doping Freispruch für Virenque
Lille - Ausschlaggebend für den Freispruch war es, dass der Franzose schon zu Beginn des Prozesses vor dem Gericht in Lille den Missbrauch der Dopingdroge Epo und auch deren Weitergabe gestanden hatte. Zuvor hatte er allerdings über fast zwei Jahre hinweg geleugnet, jemals mit Aufputschmitteln in Kontakt gekommen zu sein.
Mit dem Freispruch geht der Prozess um den größten Dopingskandal der Tour-de-France-Geschichte zu Ende. Der Skandal war 1998 vom Team Festina ausgelöst worden, dessen Kapitän Virenque war. Weil er Dopingmittel auch an Team-Kollegen weitergegeben hatte, musste er sogar mit einer Verurteilung wegen Drogenhandels rechnen.
Virenque ohne Mannschaft
Trotz des Freispruchs dürfte die Karriere des 31-jährigen Bergspezialisten Virenque wahrscheinlich beendet sein. Zwar hatte er bei der vergangenen Tour ein bemerkenswertes Comeback gefeiert und war auf Platz sechs vorgefahren. Doch steht Virenque zurzeit ohne Mannschaft da und wird vom Radsportverband wahrscheinlich für sechs Monate gesperrt.
Als Verlierer geht der belgische Festina-Physiotherapeut Willy Voet aus dem Prozess hervor. Er wurde zu zehn Monaten Gefängnis auf
Bewährung und etwa 9000 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Ex-Sportchef von Festina, Bruno
Roussel, erhielt sogar ein Jahr Gefängnis auf Bewährung und eine Geldstrafe von 15.000 Mark.
Im Gegensatz zu Virenque hätten Voet und Roussel zum systematischen Doping des gesamten Teams beigetragen, so das Gericht.
Mit der Verhaftung von Voet war der Skandal kurz vor
Tourbeginn 1998 ins Rollen gekommen. Im Wagen des Belgiers waren rund 400 Ampullen, unter anderem mit Epo, gefunden worden.