Doping Größte Razzia Europas
Bologna - Mit der größten Doping-Razzia Europas machte die Staatsanwaltschaft in Bologna Jagd auf einen internationalen Dealerring, der auch Kontakte nach Deutschland haben soll. Dabei haben einige hundert Polizisten in ganz Italien rund 200 Häuser, in erster Linie Sportstudios, durchsucht.
Wie die Polizei mitteilte, seien große Mengen an Dopingmitteln beschlagnahmt worden, die vor allem an Amateursportler verkauft werden sollten. Die Beamten hätten vor allem Wachstumshormone, das Blut-Dopingmittel Epo sowie Anabolika im Visier gehabt.
Während der Aktion wurden 40 mutmaßliche Dealer vorläufig festgenommen. Gegen zwölf von ihnen wurde mittlerweile Haftbefehl erlassen. Nach dem neuen italienischen Doping-Gesetz drohen ihnen jetzt Haftstrafen von bis zu sechs Jahren.
Die Aktion war der erste Schlag gegen die Doping-Dealer nach In-Kraft-Treten des härtesten Doping-Gesetzes der Welt. Die Mitte November eingeführten Gesetze erleichtern den Ermittlungsbehörden die Arbeit. Seither drohen Dopingsündern bis zu drei Jahren Gefängnis und 100 Millionen Lire Geldstrafe (umgerechnet etwa 100.000 Mark).
Als Dopingvergehen gelten nach dem neuen Gesetz nicht nur die Einnahme von Drogen, sondern auch medizinische Anwendungen, für die keine gesundheitliche Indikation vorliegt.