Doping: "Ich war schockiert" - DER SPIEGEL
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Doping "Ich war schockiert"

Nachdem bei ihrem Coach Gennadij Turetski anabole Steroide entdeckt worden waren, setzten die Schwimm-Olympiasieger Alexander Popow und Michael Klim mit dem Training aus.
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Canberra - Alexander Popow und Michael Klim stellten sich hinter ihren Coach Gennadij Turetski, der sich am Donnerstag vor einem Gericht in Canberra wegen des vermeintlichen Besitzes anaboler Steroide verantworten muss. "Ich hatte eine private und berufliche Beziehung zu Gennadij und nie einen Grund, an seiner Glaubwürdigkeit zu zweifeln", sagte Popow, der 1992 und 1996 jeweils olympisches Gold über 50 und 100 Meter Freistil gewonnen hatte.


Turetski bestreitet Vorwürfe


Popow weiter: "Es ist eine schwere Zeit für Gennadij, aber ich bin zuversichtlich, dass ich auch in Zukunft mit ihm arbeiten kann." Der jahrelang unschlagbare Popow hatte wie seine Schwimmkollegen am Australian Institute of Sport in Canberra (AIS) am Mittwoch auf das Training verzichtet. Auch der Australier Michael Klim sah sich dazu nicht in der Lage. "Ich war schockiert", sagte der zweifache Staffel-Olympiasieger von Sydney auf einer Pressekonferenz in Canberra in Anwesenheit von 18 weiteren Schwimmern, die im AIS trainieren.

Gennadij Turetski, der 1992 von Russland nach Australien ausgewandert war und vier Jahre später die australische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, bestreitet die Vorwürfe. Die anabolen Steroide - gerüchteweise soll es sich um Stanozolol handeln, das auch 1988 bei Olympia in Seoul bei Leichtathletik-Star Ben Johnson nachgewiesen wurde - waren in einem Privatsafe Turetskis gefunden worden. Der Safe war dem Coach Anfang des Monats aus seinem Haus gestohlen und kurze Zeit später in einem nahe gelegenen See entdeckt worden.

Aus WM-Kader gestrichen

Der 51 Jahre alte Turetski war nach Bekanntwerden des Dopingfundes bis auf weiteres von seinem Amt im AIS suspendiert und auch aus dem Trainerkader für die Weltmeisterschaften im Juli im japanischen Fukuoka gestrichen worden. Ihm droht im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu sechs Monaten, zudem wäre er für seine Verbandsarbeit lebenslang gesperrt.

Michael Klim erklärte, die Vorwürfe gegen Turetski seien aus der Luft gegriffen und verwies darauf, dass er in seiner Karriere 47-mal getestet worden und kein Test positiv gewesen sei. Unterstützung erhielt er von John Mendoza. Der Chef der australischen Anti-Doping-Agentur führte an, dass die im AIS trainierenden Schwimmer seit Olympia in Sydney insgesamt 60 Dopingtests abgeliefert hätten. Alle seien negativ gewesen.

Mendoza kündigte an, dass die Ergebnisse der Dopingtests, die am Dienstag bei allen Schwimmern unmittelbar nach der Dopingenthüllung vorgenommen worden seien, in der kommenden Woche veröffentlicht würden.