Doping Järmann gibt Epo-Missbrauch zu
Zürich - In der Donnerstag-Ausgabe der "Neuen Zürcher Zeitung" bekannte Järmann sich zu seinen Ausführungen, die tags zuvor in der selben Zeitung als Auszüge aus dem Buch "Doping, Spitzensport als gesellschaftliches Problem" noch anonym veröffentlicht worden waren.
Järmann schildert in dem Buch, wie er zu Beginn der neunziger Jahre erstmals mit EPO konfrontiert worden sei. Lange habe er sich gesträubt, doch irgendwann habe er sich die Grundsatzfrage gestellt: "Höre ich auf oder mache ich weiter und zwar mit reellen Erfolgsaussichten? Jeder wusste, ohne EPO ist nicht viel möglich." Das Mittel habe er sich in der Schweiz in Apotheken besorgt, mit einem ärztlichen Rezept: "Die Apotheker wussten genau, wofür ich das brauchte. Aber die waren froh, dass sie so den Umsatz erhöhen konnten."
Zu seinem Landsmann Alex Zülle, der 1998 nach dem Skandal bei der Tour de France ebenfalls den Gebrauch von EPO gestanden hatte und in der laufenden Vuelta nach einer Woche im Goldenen Trikot des Führenden komplett einbrach, befand Järmann gegenüber der Schweizer Tageszeitung "Blick": "Das ist keine Überraschung. Denn ich weiß, mein Freund Alex fährt jetzt sauber - garantiert. Aber ohne EPO kann man nur zehn Etappen auf sehr hohem Niveau fahren. Danach ist der Ofen ausgebrannt."
Indirekt bezichtigte Järmann die derzeit bei der Vuelta im eigenen Land so stark auftrumpfenden spanischen Radprofis der Leistungssteigerung mit unerlaubten Mitteln. In Spanien, so Järmann, seien die Doping-Kontrollen nicht so strikt wie in Italien und Frankreich.