Doping Kohl bis 2014 gesperrt, Wada kooperiert mit Pharmaverband
Radprofi Kohl: Sperre bis zum Jahr 2014
Foto: DIETER NAGL/ AFPHamburg - Der österreichische Rad-Profi Bernhard Kohl ist wegen Dopings bis 2014 gesperrt worden. Kohl wurde wegen der Einnahme, Anwendung und des Besitzes von verbotenen Substanzen und wegen Blutdopings zunächst mit einer lebenslangen Sperre belegt. Da der Sportler jedoch geständig war, kam er glimpflicher davon. Wie die österreichische Nachrichten-Agentur APA am Dienstag berichtete, wurde die Sperre von der Rechtskommission der österreichischen Anti-Doping-Agentur (Nada) reduziert. Nun läuft sie am 6. Juli 2014 ab. Kohl hatte mit der Anti-Doping-Agentur kooperiert. Daraufhin war die Nada in der Lage, weitere Verfahren zu beantragen. Allerdings hatte Kohl bereits angekündigt, nicht mehr in den Radsport zurückkehren zu wollen.
Im Zusammenhang mit dem Fall Kohl ist der österreichische Triathlet Hannes Hempel von der Nada seines Landes für vier Jahre gesperrt worden. Der 36-Jährige war nachdem Kohl ausgesagt hatte ins Visier der Doping-Fahnder geraten. Kohl hatte erklärt, er habe Hempel verbotene Substanzen angeboten beziehungsweise überlassen. Dabei soll es sich um Erythropoetin (Epo) gehandelt haben. Hempel hat die Vorwürfe stets bestritten und will gegen die Sperre Rechtsmittel ergreifen, hieß es.
Der ehemalige Radrennfahrer Hempel war 2007 zu den Triathleten gewechselt. In der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft Wien das Ermittlungsverfahren gegen den Mehrkämpfer eingestellt, der noch am vergangenen Sonntag zum zweiten Mal nacheinander den Kärnten Triathlon gewonnen hat.
Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) wird im Kampf gegen den Einsatz illegaler Substanzen künftig mit dem Internationalen Pharma-Verband IFPMA zusammenarbeiten. Ein entsprechendes Abkommen soll am 6. Juli in Lausanne unterzeichnet werden. Die Partnerschaft soll der Wada in Sachen Dopingbekämpfung einen Vorsprung verschaffen. Schon während der Entwicklung werden die Pharmazeutikhersteller die Wada über das Dopingpotenzial neuer Präparate informieren. Kontrollmethoden für die neuen Substanzen könnten dann schon vor deren Zulassung für den Markt entworfen werden. Zum Internationalen Verband der Pharmazeutikhersteller und -Verbände gehören 25 Unternehmen sowie 45 nationale und internationale Verbände.
Fast zwei Jahre nach den Olympischen Spielen in China hat der Reit-Weltverband Fei den Fall Marco Kutscher zum Abschluss gebracht und den deutschen Springreiter nachträglich disqualifiziert. Außerdem muss der 35-Jährige eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Schweizer Franken sowie die Gerichtskosten von 5000 Franken zahlen. Von einer Sperre sah das Fei-Gericht aber ab, sodass einer Olympia-Teilnahme Kutschers 2012 in London sportjuristich nichts im Weg steht. Kutschers Pferd Cornet Obolensky war nach dem ersten Umlauf im Nationenpreis unangemeldet mit den Substanzen Lactanase und Arnica behandelt worden. Für die FEI war dies ein klarer Verstoß gegen das Reglement. Kutscher kann gegen das Urteil innerhalb von 30 Tagen vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas Einspruch einlegen.