Doping: Muss Jan Ullrich zum Verhör? - DER SPIEGEL
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Doping Muss Jan Ullrich zum Verhör?

Für Jan Ullrich könnte es eine Tour-Vorbereitung der besonderen Art werden. Zwei Tage vor dem Start der 88. Frankreich-Rundfahrt droht dem Telekom-Kapitän ein Polizeiverhör.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Wie die zuständige Staatsanwaltschaft Florenz am Dienstag mitteilte, sollen alle ausländischen Fahrer, Ärzte und Betreuer, gegen die wegen der Dopingaffäre beim Giro d'Italia ein formelles Verfahren eingeleitet wird, von Interpol vernommen werden. Mit den Verhören gegen die 86 Beteiligten, darunter angeblich 50 bis 60 Fahrer, soll am 5. Juli begonnen werden - zwei Tage vor dem Start der Tour de France in Dünkirchen.

Theoretisch könnte auch Jan Ullrich von der Ankündigung der italienischen Anklagebehörde betroffen sein. Bei dem Merdinger war während der Giro-Razzia am 6. Juni dieses Jahres ein kortekoidhaltiges Asthma-Spray gefunden wurde. Für das Medikament hatte der Tour-Sieger von 1997 allerdings ein ärztliches Attest, so dass der Besitz der laut Reglement verbotenen Arznei nicht gegen die Antidopingregeln verstößt.

Ermittlungen gehen langsam voran

Bis Ende nächster Woche sollen die rund 300 verschiedenen Medikamente, die die Polizei bei den Durchsuchungen während des Giro d'Italia gefunden hatte, analysiert sein, teilte die Staatsanwaltschaft Florenz mit.

Auf eine zügige Bearbeitung drängen auch die Organisatoren der Tour de France. Die italienischen Dopingfahnder sollten die Resultate ihrer Großrazzia beim Giro endlich dem Weltradsportverband UCI mitteilen, damit die Tour-Veranstalter handeln könnten.

In einer Presseerklärung der Tour-Funktionäre heißt es, dass alle für schuldig befundenen Teams oder einzelne Personen, gegen die ermittelt wird, vom Start ausgeschlossen werden sollen. Diese Regelung gilt seit dem durch das Festina-Team ausgelösten Dopingskandal bei der Tour vor drei Jahren.