Doping Neuer Wada-Code belohnt Kronzeugen
Hamburg - Das beschloss heute die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada in der Neufassung ihres Codes von 2003 auf ihrer Konferenz in Madrid. Zu den wichtigsten Änderungen im Code zählt die erweiterte Kronzeugenregel, die eine Reduzierung der Strafen um bis zu 75 Prozent erlaubt.
Künftig kann von der zweijährigen Normsperre bei Doping-Erstvergehen sowohl nach oben (auf bis zu vier Jahre) als auch nach unten abgewichen werden, allerdings nur in begründeten Einzelfällen. Eine positive A-Probe hat ab 2009 grundsätzlich die sofortige Suspendierung zur Folge. Die Öffnung der B-Probe - falls beantragt - muss spätestens sieben Tage später erfolgt sein.
Die Wahl des neuen Präsidenten der Welt-Anti-Doping-Agentur durch den Wada-Aufsichtsrat war für den Nachmittag angesetzt. Einziger Kandidat auf die Nachfolge des Kanadiers Dick Pound war der frühere australische Finanzminister John Fahey, gegen den allerdings die europäischen Regierungsvertreter Vorbehalte angemeldet hatten.
Die "Deklaration von Madrid" verpflichtet alle Organisationen des Sports, ihre Statuten bis spätestens 1. Januar 2009 dem neuen Code anzugleichen. Gleichzeitig werden alle Regierungen aufgerufen, bis zum gleichen Zeitpunkt die Unesco-Konvention gegen Doping zu unterzeichnen und damit den Code als universell verbindlich anzuerkennen. Weltmeisterschaften und andere Großereignisse sollen ab 2009 in aller Regel nicht mehr in Länder vergeben werden, die den Code nicht akzeptiert haben - Ausnahmen bleiben aber möglich. Regierungen, die nicht der Unesco-Konvention beigetreten sind, dürfen nicht mehr im Wada-Aufsichtsrat vertreten sein.
bri/sid