Doping Nun auch Fälle bei den Ruderern
Sydney - Als fünfter Athlet ist der lettische Ruderer Andris Reinholds in Sydney des Dopings überführt worden. Der 29-jährige Einer-Ruderer war im Halbfinale gescheitert. Nach den Regeln des Ruder-Weltverbandes (FISA) wird bei Missbrauch mit anabolen Steroiden eine lebenslange Sperre verhängt.
Nach dem Ausschluss der kompletten bulgarischen Gewichtheber-Mannschaft sorgte ein Kanute aus dem Balkanstaat vor Auftakt der Rennen für einen Eklat. Ungeachtet des positiven Testergebnisses bei nationalen Kontrollen am 29. Juli wird der Top-Favorit für die Kajak-Rennen, Petar Merkow, nun doch antreten. Neben dem Namen des Europameisters tauchte auch der seines Landsmann Marian Dimitrow in den Meldelisten auf. Er war bei den Tests in Sofia ebenfalls positiv auf Diuretika-Missbrauch (entwässernde Mittel) getestet worden.
"Beim Weltverband ICF liegt nach wie vor keine Meldung über eine positive Doping-Probe vor", erklärte ICF-Präsident Ulrich Feldhoff. "Ich habe mich beim IOC erkundigt, auch dort gibt es kein positives Testergebnis." Offenbar erweist sich als gravierendstes Problem, dass das Doping-Kontroll-Labor in Sofia, das mit den Testergebnissen an die Öffentlichkeit ging, nicht vom IOC akkreditiert ist. Daher wurden die Ergebnisse zwar in Sofia veröffentlicht, nicht aber an das IOC oder die ICF gemeldet und erhielten somit keinen offiziellen Charakter.
Ruderer Reinholds, der 1996 in Atlanta Neunter im Doppelzweier gewesen ist, war bei der Wettkampfkontrolle nach dem Einer-Rennen positiv auf Anabolika getestet worden. Zuvor war das Gewichtheber-Trio aus Bulgarien Isabela Dragnewa, Iwan Iwanow und Sewdalin Minchew, die Gold-, Silber-, und Bronzemedaillen gewannen, wegen Diuretika-Dopings disqualifiziert worden. Der weißrussische Hammerwerfer Wadim Dewjatowski wurde bei einer Trainingskontrolle ertappt.
Für die von der Olympia-Bühne verbannten bulgarischen Gewichtheber hat es am Sonntag zumindest eine gute Nachricht gegeben. Die Doping-Tests von Galabin Bojewski und Georgi Markow, die in der Klasse bis 69 Kilogramm vor dem Ausschluss Gold und Silber holten, waren negativ. Dies bestätigte Wolfgang Peter, Doping-Kontrolleur des Gewichtheber-Weltverbandes (IWF).