Doping im Radsport Dekker will ohne Rücksicht auf Verluste auspacken
Radprofi Dekker (l.), Ex-Teamkollege Flecha: "Fast jeder hat Transfusionen bekommen"
Foto: FRANCK FIFE/ AFPHamburg - Der geständige Dopingsünder Thomas Dekker will in vollem Umfang mit der niederländischen Anti-Doping-Agentur kooperieren. Er werde sein ganzes Wissen offenlegen und Namen, Daten und Details nennen, kündigte der Niederländer in einer Stellungnahme auf der Internetseite seines Managements SEG an.
"Es gibt viele Details und Menschen, die in meine Doping-Vergangenheit involviert waren. Das alles, auch die Namen jener, die mir geholfen haben, werden genannt", sagte Dekker. Ein erstes Gespräch mit den Verantwortlichen soll in zwei Wochen stattfinden. "Ich werde aussagen und helfen, die Radsportwelt zu säubern," kündigte der 28-Jährige an.
Damit könnte wieder Bewegung in den Humanplasma-Skandal kommen. Dekker, der im Jahr 2009 des Epo-Dopings überführt und für zwei Jahre gesperrt worden war, soll wie eine Reihe weiterer Fahrer des früheren Rabobank-Teams in Wien illegale leistungssteigernde Praktiken angewandt haben. Erst am Wochenende hatten Dekker und Danny Nelissen von organisiertem Blutdoping bei Rabobank berichtet. "Die Transfusionen waren der Weg zum Erfolg glaube ich", sagte Dekker: "Fast jeder Top-Fahrer hat sie bekommen."