Doping Sanktionen gegen weißrussisches Team
Salt Lake City - Weil die Weißrussin Julia Pawlowitsch am Montag einen weiteren Dopingtest verweigerte, hat das IOC die Shorttrackerin von den Olympischen Winterspielen suspendiert. Das teilte IOC-Generaldirektor Francois Carrard am Montagabend in Salt Lake City mit.
Das IOC hatte am Montag einen zweiten Dopingtest von Pawlowitsch verlangt, weil die erste, positive Probe nicht vorschriftsgemäß versiegelt im Analyselabor eingetroffen war. Bei der Urinprobe unmittelbar nach dem Wettbewerb war bei der 23-Jährigen zuvor das verbotene Muskelaufbaumittel Nandrolon nachgewiesen worden. Das Ergebnis überstieg den zulässigen Grenzwert um das 380-fache.
Das Verweigern des Test wurde vom IOC wie ein Dopingvergehen gewertet. Ebenfalls von den Spielen ausgeschlossen wurde der Chef de Mission Weißrusslands, Jaroslaw Barischko. Treffen wird diese Maßnahme den Funktionär nicht so sehr. Denn er war ohnehin mit Pawlowitsch, die über 500 und 1500 Meter jeweils in der Vorrunde ausgeschieden war, aus dem Olympischen Dorf geflüchtet.
Härteste Sanktion der olympischen Geschichte
"Die Entscheidung der Exekutive zeigt: Wir lassen nicht mit uns spielen", kommentierte der deutsche IOC-Vizepräsident Thomas Bach den Beschluss des obersten olympischen Gremiums. Man habe, so Bach, sogar erwogen, das ganze Nationale Olympische Komitee (NOK) Weißrusslands auszuschließen. Letztlich habe man von diesem Schritt jedoch Abstand genommen, um die übrigen Sportler "nicht zu treffen".
Stattdessen werden dem weißrussichen NOK als Strafe bis zum Ende des Jahres finanzielle Zuwendungen in Höhe von rund 120.000 Dollar gestrichen. Das ist eine in der olympischen Geschichte bislang einmalige Sanktion wegen eines Dopingverstoßes.