Doping Streit um Anti-Doping-Gesetz
Berlin - Die Opposition im Bundestag wettert gegen das von der Bundesregierung geplante Anti-Doping- Gesetz. Der sportpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Detlef Parr, sprach bei der ersten Lesung des Gesetzentwurfs von einer "Mogelpackung". Sein Grünen-Kollege Winfried Hermann beklagte, die Vorlage der großen Koalition sei kein "großer Wurf".
Der Gesetzentwurf umfasst Strafverschärfungen für banden- und gewerbsmäßige Dopingstraftaten. Der Besitz von Dopingsubstanzen in "nicht geringen Mengen" bestraft werden. Kritiker bemängeln, dass dopende Sportler, die lediglich geringe Mengen für den Eigenbedarf besitzen, nicht belangt werden können. Hermann betonte, es gehe nicht nur um die Hintermänner. "Der Sportler selbst trägt auch eine Verantwortung."
Der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Peter Danckert (SPD), unterstrich, der Gesetzentwurf sei "nur ein Baustein im Antidoping-Kampf". "Was vorgelegt wurde, ist ein sehr, sehr guter Schritt", erklärte er. "Doch es ist bei weitem nicht ausreichend, um den Kampf gegen Doping bestehen zu können."
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) verteidigte den Gesetzentwurf. Da das Doping mehr und mehr Verbindungen zur organisierten Kriminalität aufweise, müsse auch der Staat seine Dopingbekämpfung weiter professionalisieren, erklärte Schäuble.
Deshalb soll das Bundeskriminalamt (BKA) mit den neuen Gesetz zusätzliche Ermittlungsbefugnisse erhalten. Im Gespräch ist auch ein Regelung, die den Transport von Dopingsubstanzen über die Grenze unter Strafe stellt, damit die Zollfahndung tätig werden kann.
Schäuble kündigte an, eine finanzielle Förderung der Rad- Weltmeisterschaft im September in Stuttgart aus Steuermitteln werde nur erfolgen, wenn der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) und der Weltverband UCI geeignete Maßnahmen gegen die biochemische Manipulation unternehmen. "Die Verbände müssen alles in ihrer Macht Stehende tun, dass alle Fahrer sauber an den Start gehen", forderte der Minister.
Schäuble räumte ein, dass weitere Maßnahmen notwendig seien. So wolle der Bund von den Sportverbänden, in denen gedopt wird, Fördermittel zurückfordern und das Doping-Kontrollsystem weiter stärken. Darüber hinaus rief er Länder und Verbände auf, die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA finanziell stärker zu unterstützen.
van/dpa