Doping-Verdacht: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Sinkewitz - DER SPIEGEL
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Doping-Verdacht Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Sinkewitz

Dopingsünder Patrik Sinkewitz gerät immer mehr in die Klemme: Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt nach einer anonymen Anzeige schon seit gut einem Monat gegen den T-Mobile-Fahrer. SPIEGEL-ONLINE-Informationen zufolge gab es schon damals Anhaltspunkte für Dopingverstöße.
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Hamburg - Erst der verhängnisvolle Sturz bei der Tour, dann die positive A-Probe, jetzt auch noch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen: Binnen weniger Tage ist die Welt des Radrennprofis Patrik Sinkewitz zerborsten. Die Behörde sei Mitte Juni nach einer anonymen Anzeige tätig geworden, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Ulrich Bremer auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Seinen Angaben zufolge geht es um den Verdacht des Betrugs zum Nachteil eines Vertragspartners. Zurzeit werde unter anderem die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft Bonn geprüft, so Bremer. Nicht nur T-Mobile komme in diesem Zusammenhang als geschädigte Partei in Frage.

Die Klage und das Ermittlungsverfahren hätten nichts mit der positiven A-Probe Sinkewitz' zu tun, die die Nationale Anti-Doping-Agentur dem Radprofi am 8. Juni im Trainingslager in den Pyrenäen abgenommen hatte. "Es gab andere Anhaltspunkte, die uns das Ermittlungsverfahren haben einleiten lassen", so Bremer, "ein Bezug zu dieser Probe kann ausgeschlossen werden." Welche weiteren Indizien dies sind, wollte der Sprecher nicht kommentieren.

Nada-Sprecherin Ulrike Spitz schloss im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE einen Zusammenhang zwischen der positiven A-Probe und der Anzeige ebenfalls aus. "Erst am vergangenen Montag, den 16. Juli, wurde die Probe entschlüsselt. Vorher konnten die Probenbecher gar nicht Patrik Sinkewitz zugeordnet werden", so Spitz.

T-Mobile-Sprecher Christian Frommert wollte die Nachricht nicht weiter kommentieren. Für ihn sei die Meldung vom Ermittlungsverfahren neu. "Wir wissen erst seit heute Mittag davon", so Frommert zu SPIEGEL ONLINE. Das bestätigte Staatsanwaltssprecher Bremer: "Bis heute wurde keine Anfrage diesbezüglich an uns herangetragen. Und wir selbst werden in diesen Fällen nicht aktiv."

Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt nach einer Anzeige der Rechtsprofessorin Britta Bannenberg ebenfalls wegen Betrugs zum Nachteil von Arbeitgeber T-Mobile gegen den ehemaligen Toursieger Jan Ullrich.

Inzwischen hat T-Mobile-Sportdirektor Rolf Aldag Sinkewitz im Hamburger Unfallkrankenhaus Boberg besucht. Über den Inhalt der Gespräche zwischen dem am Donnerstag angereisten Aldag und dem Radprofi wurde zunächst nichts bekannt. Außer den Fragen nach Sinkewitz' Gesundheit dürfte Aldag auch eine Erklärung für den positiven Test gefordert haben. Frommert sagte lediglich, dass Sinkewitz auf dem Weg der Besserung sei. "Die Operation ist gut verlaufen. Er ist körperlich in einem guten Zustand - psychisch aber ganz sicher nicht." Über die weiteren Schritte könne er nichts sagen. Sinkewitz lasse sich anwaltlich beraten.

fpf/sid/dpa

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