Doping Weitere Radprofis unter Verdacht
Paris - Nach Informationen der französischen Wochenzeitung "Journal du Dimanche" konnte zumindest ein Teil der insgesamt zwölf Epo aufweisenden B-Proben, die im vergangenen Jahr in einem Labor bei Paris getestet worden waren, dem Spanier Manuel Beltran, dem Kolumbianer Jose Joachim Castelblanco sowie dem Dänen Bo Hamburger zugeordnet werden. Die französische Sportzeitung L'Equipe hatte zuvor behauptet, dass sechs der zwölf positiven Proben von Armstrong stammten, weitere Namen jedoch nicht veröffentlicht. Das Pariser Sonntagsjournal ließ offen, ob alle sechs verbliebenen Entnahmen den genannten Fahrern zuzuordnen sind.
Prominentester unter den neu beschuldigten Fahrern ist Beltran, in den vergangenen drei Jahren als Armstrong-Helfer bei der Tour de France am Start. Der 34-Jährige war 2003 vom damaligen Ullrich-Team Bianchi zu US Postal gewechselt und in diesem Jahr vom Nachfolge-Rennstall Discovery Channel übernommen worden. 1999 fuhr Beltran für die spanische Banesto-Mannschaft.
Derweil reagierte Armstrong mit Genugtuung auf die jüngste Erklärung des Weltverbandes UCI, der die Beschuldigungen gegen den US-Amerikaner in einer offiziellen Erklärung kritisiert hatte. "Ich bin erfreut, dass der Verband den Fall einer intensiven Untersuchung unterziehen will. Sie wird beweisen, dass die Doping-Vorwürfe der französischen Zeitung keine Grundlage haben, weil ich nie leistungssteigernde Medikamente genommen habe", sagte 33-Jährige. Die UCI fordert Aufklärung von der Welt-Antidoping-Agentur Wada sowie dem Pariser Labor und schickte dazu sechs Fragen an die beiden Einrichtungen. Unter anderem möchte die UCI wissen, wer die nachträgliche Untersuchung und die Veröffentlichung der Resultate angeordnet hat.