Doping Willi "de Ox" Fischer gesperrt
Hamburg - Dem 28 Jahre alten Fischer wurde die Einnahme der verbotenen Substanz Furosemid nachgewiesen. Der in dem Medikament Lasix enthaltene Wirkstoff war in einer Urinprobe nach Fischers verlorenem Kampf am 2. September in Magdeburg gegen René Monse gefunden worden.
Lasix bewirkt die Entwässerung des Körpers. Damit kann Gewicht reduziert, aber auch die Einnahme anderer Mittel verschleiert werden. Letzteres ist in Fischers Fall von Bedeutung, da in zwei früheren Urinproben des ehemaligen deutschen Schwergewichts-Meisters Spuren von Cannabis (Haschisch) gefunden wurden. Mit positiven Drogenbefunden aufgefallen war der von Manager und Trainer Walter Sternad betreute Frankfurter bei den Kämpfen um die deutsche Meisterschaft am 23. Oktober vergangenen Jahres in Frankfurt/Main gegen Kim Weber und am 6. Mai dieses Jahres ebenfalls in seiner Heimatstadt gegen Timo Hoffmann.
"Man muss allerdings fein säuberlich unterscheiden", sagte der Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), Bodo Eckmann: "Dabei handelt es sich um keine positiven Dopingproben." Cannabis steht ebenso wie Alkohol und Betablocker nicht auf der Dopingliste und ist "mit gewissen Einschränkungen zugelassen", erklärte der BDB-Boss, der als praktischer Arzt in Hamburg tätig ist: "Eine Vorteilnahme aus medizinischer Sicht ist in diesen Fällen nicht gegeben." Die Ergebnisse seien "nicht sanktionswürdig". Aus diesem Grund sei der BDB mit den Drogenbefunden auch nicht an die Öffentlichkeit gegangen. Eckmann rät ohnehin in der aktuellen Drogen-Diskussion um Fußballtrainer Christoph Daum zur Vorsicht ("da wird viel vermischt und falsch interpretiert"), lehnte weitere Kommentare dazu aber ab.
Fischer, der in 31 Profi-Kämpfen 26-mal siegte und vor zwei Jahren gegen den Engländer Herbie Hide um den WM-Titel der World Boxing Organization kämpfte, wird in diesen Tagen schriftlich vom BDB über die einjährige Sperre informiert. Innerhalb der nächsten sechs Wochen kann er den Berufungsausschuss anrufen und Widerspruch einlegen.