Doping: Zimmernachbar belastet Baumanns Intimfeinde - DER SPIEGEL
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Doping Zimmernachbar belastet Baumanns Intimfeinde

Der von der Tübinger Staatsanwaltschaft vernommene Baumann-Trainingspartner Christian Thörner kann sich vorstellen, dass die berühmte Zahnpastatube des Olympiasiegers von dessen sportlichen "Intimfeinden" Stéphane Franke und Damian Kallabis manipuliert worden ist.
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Tübingen - Im Juli 1999 wohnte der 27-jährige Christian Thörner in St. Moritz eine Woche lang mit dem unter starkem Dopingverdacht stehenden Olympiasieger Dieter Baumann unter einem Dach. Mittlerweile zum "Fall Baumann" vernommen hat der Langstreckler - Vierter der Deutschen Meisterschaften über 5000 Meter - die Leichtathleten Damian Kallabis und Stéphane Franke belastet.

Beide, so Thörner, waren mehrfach in der als Massageraum genutzten Unterkunft und hatten damit theoretisch auch Zugang zum Bad, in dem sich Baumanns berühmte Zahnpasta befunden haben soll. Diesen Sachverhalt bestätigte der ebenfalls von Oberstaatsanwalt Dr. Hans Ellinger vernommene DLV-Masseur Jürgen Melzer: "In der fraglichen Woche waren Franke und Kallabis jeweils vier- bis fünfmal zur Therapie bei mir."

Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass sowohl Thörner als auch Melzer nicht zwangsläufig verdächtig seien. So bestreitet Thörner konsequent, die Zahnpasta Baumanns mit dem bei den Dopingkontrollen vom 19. Oktober und 12. November gefundenen anabolen Steroid Nandrolon versetzt zu haben.

Eine Stellungnahme von Franke und Kallabis zu den Verdächtigungen war am Dienstag nicht zu erhalten, beide sind im Trainingslager in Kenia. Der erst am Montag abgereiste Kallabis hatte am Wochenende erklärt, noch nicht von der Staatsanwaltschaft befragt worden zu sein: "Ich kann denen nicht viel erzählen, ich habe in St. Moritz noch nicht mal mit Baumann trainiert."

Die deutsche Langstrecken-Szene ist seit Jahren in die Lager "Baumann" und "Franke" gespalten. In der Gruppe um Baumann wurde oft über angebliche Doping-Praktiken des zweimaligen 10.000-m-EM-Dritten Franke diskutiert.

Im Herbst 1998 machten nach dem überraschenden EM-Titelgewinn des von Franke trainierten Kallabis neue Gerüchte Schlagzeilen: Dem in Potsdam wohnhaften Gespann wurde der Missbrauch des unerlaubten Blutdoping-Mittels Epo unterstellt. Die Einnahme des erst später verbotenen Blutverdünners Hes gaben Franke und Kallabis zu.