Dopingaffäre: Bundeskriminalamt soll Basso vernehmen - DER SPIEGEL
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Dopingaffäre Bundeskriminalamt soll Basso vernehmen

Radprofi Ivan Basso ist ins Visier der deutschen Justiz geraten: Der Italiener soll durch das BKA vernommen werden. Laut einem Zeitungsbericht wollen spanische Profis Bassos Beispiel folgen - und ebenfalls einen kleinen Teil ihrer Verwicklung in die Fuentes-Affäre gestehen.
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Hamburg - Die Staatsanwaltschaft Göttingen geht dem Verdacht eines internationalen Dopingringes um den Madrider Arzt Eufemiano Fuentes weiter nach und will deshalb auch Basso verhören. Man werde in den nächsten Tagen einen entsprechenden Antrag an die Justizbehörde in Rom richten, sagte Pressesprecher Hans Hugo Heimgärtner dem Sportinformationsdienst. Von der Staatsanwaltschaft Bergamo, die ebenfalls gegen den Girosieger ermittelt, habe man bereits Einsicht in die Protokolle angefordert.

Ausgangspunkt der Göttinger Ermittlungen ist der Narkosearzt C. aus Bad Sachsa in Niedersachsen, der in der spanischen "Operation Puerto" als einer der Kontaktleute von Fuentes genannt wurde. Der in einer thüringischen Klinik beschäftigte Mediziner soll unerlaubte Substanzen für das Fuentes-Netzwerk beschafft haben. Die Wohnung von C. und das Krankenhaus waren im August 2006 durchsucht worden. Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz.

Die Vermutung von Fuentes-Verbindungen nach Deutschland war auch durch den Faxverkehr von Jörg Jaksche zu einer anderen Arztpraxis genährt worden. Jaksche gilt wie Basso und Jan Ullrich als einer der am stärksten belasteten Profis in der Affäre. Obwohl Jaksche wie Ullrich jede Manipulation bestreitet, wurde er von seinem italienischen Tinkoff-Team vom Giro 2007 zurückgezogen und inzwischen zusammen mit seinem Kollegen Tyler Hamilton vorläufig suspendiert.

Nach den Staatsanwaltschaften aus Rom und Bergamo haben nun auch die Ermittlungsbehörden der norditalienischen Stadt Busto Arsizio gegen Basso ein Untersuchungsverfahren wegen mutmaßlichen Dopings eingeleitet. Das berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Busto Arsizio liegt in der Provinz Varese, in der Basso geboren wurde. Hintergrund ist die Aussage Bassos vor den Ermittlern des Olympia-Komitees Coni zu seinem "geplanten Doping".

Spanische Radprofis verhandeln mit dem Verband

Nach einem Bericht der spanischen Zeitung "El Pais" wollen sich die knapp 30 in die Fuentes-Affäre verwickelten spanischen Radprofis ein Beispiel an Basso nehmen und durch eine Zusammenarbeit mit den Behörden eine reduzierte Sperre von einem Jahr aushandeln. Ein Repräsentant der Sportler habe schon Verhandlungen mit dem Radsportverband aufgenommen, meldet die Zeitung.

Bislang hatten die Spanier jegliche Verwicklung in die Fuentes-Affäre abgestritten. Die Justiz ihres Landes hatte die Ermittlungen aufgrund fehlender Rechtsgrundlagen eingestellt. Dennoch dürfen die beschuldigten Profis wegen des Anti-Doping-Kodex bei den großen Rennen wie der Tour de France nicht an den Start gehen.

Basso bittet um Verzeihung

Vor den bevorstehenden Anklagen der italienischen Antidopingkommission und der Staatsanwaltschaft gibt sich Basso reumütig: "Ich war ein Idiot, ich bitte alle um Verzeihung", so Basso in der "Gazzetta dello Sport". "Ich bin nur ein Mensch, der einen Fehler gemacht hat." Der 29-Jährige betonte jedoch, keinen Strafnachlass zu erwarten. "Es ist richtig, dass ich für meinen Fehler bezahle", so Basso.

Er selbst gestand ein, schon viel früher reden müssen, gab Basso im Nachhinein zu. "Schon im Juni vergangenen Jahres hätte ich alles erzählen müssen", sagte der Radprofi. Da er jedoch ein "Mann von großen Prinzipien" sei, habe er seinen Fehltritt so sehr verdrängt, dass er mit niemandem darüber habe reden können.

bri/sid/dpa