Dopingaffäre Posse um Leichtathletik-Trainer Springstein
Hamburg - Springstein, der voraussichtlich im November wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz in Magdeburg vor Gericht steht, wird vom griechischen Leichtathletik-Verband (Segas) offiziell als Trainer von 800-m-Rekordlerin Maria Papadopoulou bezeichnet, die laut Welt-Anti-Doping-Agentur WADA im Juli positiv getestet wurde.
Der 47-Jährige hat allerdings über seinen Anwalt Peter-Michael Diestel die Trainer-Tätigkeit für Papadopoulou abgestritten. "Ich stelle fest, dass Herr Springstein nicht der Trainer der griechischen Leichtathletin Maria Papadopoulou ist und auch nicht ihr Trainer war", versicherte Diestel am Donnerstag in einer Presseerklärung. Der Lebensgefährte und ehemalige Coach von 400-Meter-Läuferin Grit Breuer will von einer Trainertätigkeit nichts wissen: "Da ist nichts dran. Ich bin total erschrocken", sagte Springstein.
Die 800-Meter-Läuferin Maria Papadopoulou erklärte über ihren Anwalt Kostas Ioannidis, sie sei am 29. Juli, dem Tag der angeblich positiven Probe, weder vom Leichtathletik-Weltverband IAAF noch von der Wada um eine Urinabgabe gebeten worden. Die Griechin hatte sich 2005 gegenüber den beiden Vorjahren um mehr als fünf Sekunden auf die 800-Meter-Landesrekordzeit von 1:59,79 Minuten gesteigert. Die 30-Jährige bestreitet den Vorwurf und kündigte eine Zehn-Millionen-Euro-Klage wegen Verleumdung gegen die IAAF und die Wada an.
Springsteins Anwalt vermutet eine gezielte Kampagne gegen seinen Mandanten, der voraussichtlich im November wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz in Magdeburg vor Gericht steht. "Die Vorwürfe sind haltlos und haben offensichtlich nur die Aufgabe, eine geeignete Begleitmusik für das anstehende Verfahren gegen Herrn Thomas Springstein in Magdeburg zu sein", so Diestel.
Vor einem Jahr bereits hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) Anzeige wegen gegen den 47-Jährigen erstattet. Dem einstigen Trainer des DLV wird vorgeworfen, Doping-Substanzen an minderjährige Sportler gegeben zu haben. Vorausgegangen war die Aussage der damals 17-jährigen Sprinterin Anne-Kathrin Elbe, die unter Springstein in Magdeburg trainiert hatte. Sie behauptet, ihr ehemaliger Coach habe ihr verbotene Substanzen verabreicht.
Am 28. September 2004 hatten die Ermittlungsbehörden dann bei einer Durchsuchung in Springsteins Haus in Gerwisch bei Magdeburg das anabole Steroid Andriol mit dem Wirkstoff Testosteron-Undecanoat gefunden. Laut Springstein, der im September 2004 von seinem Magdeburger Verein entlassen worden war, war das Mittel für den Eigenverbrauch bestimmt.