Dopingfall Beerbaum: Teamarzt nicht informiert - DER SPIEGEL
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Dopingfall Beerbaum Teamarzt nicht informiert

Langsam lichtet sich das Dunkel in der Dopingaffäre um den fünfmaligen Springreiter-Olympiasieger Ludger Beerbaum. Die Begleitumstände des Falls legen immer mehr Pannen im System offen.
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Berlin - Wie ein Gespräch bei der Reiterlichen Vereinigung FN in Warendorf gestern ergab, soll Teamarzt Björn Nolting entgegen ursprünglicher Aussagen nicht über die Behandlung von Beerbaums Olympiapferd Goldfever mit einer kortisonhaltigen Salbe informiert gewesen sein.

Nolting sei stattdessen vom Einsatz einer Zinksalbe, deren Wirkstoffe keinen positiven Befund bei einer Medikationskontrolle ergeben hätten, ausgegangen. Die Behandlung mit der Salbe, die den auf der Liste II aufgeführten und nun in der A-Probe nachgewiesenen Wirkstoff Betamethason enthält, war von Beerbaums Haustierarzt Rüdiger Brems abgesegnet worden. Brems war auch verantwortlicher Tierarzt von Beerbaums Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum, deren Stute Shutterfly beim Weltcup-Finale in Mailand positiv auf ein verbotenes Beruhigungsmittel gestestet worden war. Diese ursprünglich zwischen den Veterinären aufgetretene Kommunikationslücke im Fall Goldfever ist durch den positiven Befund bei Olympia, dem bei einer Bestätigung in der B-Probe die Aberkennung der mit der Mannschaft gewonnenen Goldmedaille folgen dürfte, zu einem Problem des Deutschen Olympiakomitees für Reiterei (DOKR) geworden. Dessen Chef Reinhard Wendt hatte bereits am Wochenende die mangelnde Professionalität aller Beteiligten eingestanden: "Wir dachten eigentlich, dass wir aus den Fällen der Vergangenheit gelernt und die richtigen Maßnahmen ergriffen hätten. Das ist offensichtlich nicht der Fall."

Beerbaum hatte als Konsequenz aus der Verkettung von Fehlern bereits die Einführung von Medizinpässen gefordert, in denen Behandlungen jeder Art eingetragen werden müssen. "Mit diesem Pass müssen wir dann eben zum Turnier anreisen und wenn der dortige Veterinär Probleme sieht, müssen wir eben auf das eine oder andere Turnier verzichten", sagte der 41-Jährige.