Dopingfall Hondo Schweizer Gericht hebt Sperre auf
Cottbus - "Das Urteil ist eine Sensation", so die erste Stellungnahme des Radrennfahrers, der in Ascona in der Schweiz lebt. Hondo war 2005 vom Internationalen Sportgerichtshof (Cas) in Lausanne für zwei Jahre gesperrt worden, nachdem er bei der Murcia-Rundfahrt im selben Jahr zweimal positiv auf das Aufputschmittel Carphedon getestet worden war. "Das Gericht hat unsere Argumente angenommen, ich bin sehr glücklich", so Hondo.
Heute hob das Oberste Schweizer Kantonsgericht die Sperre gegen den 32-Jährigen im Wege einer Einstweiligen Verfügung auf. Der Fall könnte weit reichende Konsequenzen haben, denn zum ersten Mal in der Geschichte des Radsports hob ein ordentliches Gericht das Urteil eines Sporttribunals auf. "Die Urteile sind vorerst nur aufgehoben", relativiert Hondos Anwalt Michael Lehner. "Eine definitive Entscheidung des Obersten Kantonsgericht erwarten wir in sechs Monaten", so Lehner. Sollte das Gericht endgültig zu Hondos Gunsten entscheiden, droht dem Radsport eine Klagewelle ungeahnten Ausmaßes.
"Es wurde belohnt, dass wir den Kampf nie aufgegeben haben", triumphierte Lehner, dessen Mandant sich derzeit auf Mallorca fit hält. "Jetzt muss ich erst einmal schauen, wie es weiter geht, damit ich möglichst bald wieder fahren kann", sagte der vertragslose Hondo. "Ich gehe aber davon aus, dass ich in einigen Tagen bei einem ProTour-Team wieder Rennen bestreite. Ich bin bereit und zu hundert Prozent fit", erklärte er weiter.
Bei Gerolsteiner wurde die Entwicklung mit Überraschung zur Kenntnis genommen. Ob der Sprintstar zu seinem Ex-Team zurückkehren kann, ist noch völlig offen. "Ich kann dazu noch gar nichts sagen. So ein Fall ist einmalig in der Sportgeschichte, glaube ich. Wir müssen mit den Anwälten sprechen, mit der UCI, mit dem Sponsor. Vorher kann ich dazu nichts sagen", erklärte Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer dem Internet-Portal "Radsportnews".
mig/dpa