Dopingschmuggel Rumsas will sein Schweigen brechen
Chambery - Wie der Rechtsanwalt Alexandre Varaut am Mittwoch erklärte, werde Rumsas sich möglicherweise in der nächsten Woche zu den Vorwürfen der französischen Justiz äußern. Der Jurist vertritt Edita Rumsiene, die seit vier Wochen wegen des Verdachts auf Schmuggel von Dopingpräparaten im Frauengefängnis von Bonneville einsitzt.
Rumsas werde vermutlich italienischen Strafverfolgern Rede und Antwort stehen, die ihren französischen Kollegen Amtshilfe leisteten, fügte Varaut hinzu. Der 30-jährige Radrennfahrer lehnt aus Angst vor einer Verhaftung eine Aussage vor den französischen Behörden ab. Rumsas stammt aus Litauen, lebt aber mit seiner - derzeit nicht ganz vollständigen - Familie in der Toskana.
Edita Rumsiene war am 28. Juli in Chamonix festgenommen worden, als sie Frankreich verlassen wollte. In ihrem Wagen waren am Schlusstag der Tour de France erhebliche Mengen verbotener Dopingmittel wie Epo und Testosteron sicher gestellt worden. Am Mittwoch vertagte die Berufungskammer im französischen Chambery die Entscheidung über Rumsienes Freilassung auf den 28. August.
Der bei der Frankreich-Rundfahrt viermal negativ getestete Rumsas hatte wie seine Gattin erklärt, die Medikamente seien für seine Schwiegermutter in Italien bestimmt gewesen. Der italienische Rennstall Lampre hatte den Berufsradfahrer, der bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt überraschend Dritter geworden war, sofort nach Bekanntwerden der Affäre suspendiert.