Dopingskandal Rumsas will auspacken
Lyon - "Er möchte einige Sachen klar stellen, damit seine Frau nicht länger als Geisel benutzt werden kann", sagte Rumsas-Anwalt Pierre-Louis Piloix am Mittwoch. Der unter Dopingverdacht stehende Tour-Dritte aus Litauen fliegt im Laufe des Tages von Rom nach Lyon, um vor der örtlichen Polizei auszusagen. Rumsas' Tests während der 89. Frankreich-Rundfahrt waren alle negativ gewesen.
Dass der vom italienischen Lampre-Team suspendierte Radprofi ("Ich bin sauber, die Medikamente sind für meine Schwiegermutter") einen Teil der Schuld auf sich nehmen wird, ist wahrscheinlich, da die Lage für seine Ehefrau Edita Rumsiene immer brenzliger wird. Die Staatsanwaltschaft im französischen Bonneville hatte am Dienstag gegen die aus Italien stammende Rumsas-Gattin Anklage wegen des Besitzes und Handels mit Dopingmitteln erhoben, die in ihrem Auto gefunden worden waren.
Dabei handelte es sich, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft um "erhebliche Mengen Epo, Anabolika und Aufputschmittel". Die verbotenen Substanzen waren am Sonntag von Zollbeamten bei einer routinemäßigen Kontrolle an der französisch-italienischen Grenze entdeckt worden. Frau Rumsiene, die seitdem im Gefängnis sitzt, habe bisher keine überzeugende Erklärung abgegeben, warum sie die Medikamente in ihrem Fahrzeug hatte, hieß es weiter.