Dopingverdacht Österreicher wiegeln ab
Wien - Der Österreichische Skiverband (ÖSV) hat bislang keine Hinweise auf den Einsatz von verbotenen Mitteln im Team seiner Skilangläufer gefunden. In einer Erklärung kündigte die Verbandsführung an, "alle Möglichkeiten anzubieten, um den Sachverhalt möglichst rasch aufzuklären".
Österreichs Skilangläufer sind unter Doping-Verdacht geraten, nachdem bei der Reinigung eines von ihnen bewohnten Privathauses in Midway nahe der Olympia-Strecken von Soldier Hollow medizinische Gerätschaften sowie leere Blutbeutel gefunden worden waren.
Ermittlungen eingeleitet
Österreichs Langläufer und Biathleten waren in Midway in zwei Quartieren untergebracht. Ein Teil, darunter der nordische ÖSV-Direktor Walter Mayer, Biathlon-Ex-Weltmeister Wolfgang Rottmann und die beiden Langlauf-Medaillengewinner Christian Hoffmann und Michail Botwinow, bewohnten ein Privathaus. Ein anderer Mannschaftsteil war im olympischen Außendorf Homestead Resort ebenfalls in Midway untergebracht.
In einem Interview mit dem österreichischen TV-Sender ORF erklärte Mayer, er könne sich erinnern, dass man Dinge, die man nicht mehr benötigte, in einem Sack weggeworfen habe. "Aber da war nichts Verbotenes dabei. Es waren Sachen für Ozon- und UV-Behandlungen oder Glukose-Infusionen."
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Ermittlungen eingeleitet. Dabei sollen alle wissenschaftlichen Techniken inklusive DNS-Tests angewandt werden, um zu ermitteln, wer an den medizinischen Behandlungen beteiligt war. Der Präsident des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), Leo Wallner, kündigte ebenfalls Recherchen an. "Ich hoffe natürlich, dass die Geräte für Behandlungen nach dem Rennen waren, um sich Kräftigungsmittel zuzuführen. Wir werden auf jeden Fall Untersuchungen durchführen und mit den Ärzten sprechen", sagte Wallner.
Protest von Kanada
Während der Spiele waren bereits drei Sportler, darunter in Mühlegg und Larissa Lasutina zwei Olympiasieger sowie Olga Danilowa, positiv auf das in seiner Wirkungsweise dem Blutdopingmitel Epo ähnelnde Aranesp mit dem
Wirkstoff Darbepoietin getestet worden. Das IOC hatte zudem angedeutet, dass es weitere Fälle geben könnte.
Das Labor in Salt Lake City arbeitet derzeit an den Analysen weiterer Proben von Athleten, die seit Monaten auf der Verdachtsliste stehen. Das kanadische Olympische Komitee forderte unterdessen in einem Brief an das IOC eine nachträgliche Kontrolle der Tests im Zehn-Kilometer-Langlauf der Frauen. Das NOK Kanadas mutmaßt,
dass die Tests nicht auf das fragliche Darbepoietin analysiert worden sind.