Dopingvorwürfe Armstrong ignoriert Landis
Ehemalige Teamkollegen Landis, Armstrong: Keine juristische Auseinandersetzung
Foto: Bernd Thissen/ dpa/dpawebHamburg - Den amerikanischen Gerichten bleibt eine weitere juristische Auseinandersetzung um Lance Armstrong erspart. Der siebenmalige Sieger der Tour de France ließ laut "Süddeutsche Zeitung" die 365-Tage-Frist für die Einreichung einer Klage gegen seinen ehemaligen Teamkollegen Floyd Landis verstreichen. In der Tageszeitung "New York Daily News" wurde Armstrongs Sprecher Mark Fabiani dazu zitiert: "Wir haben nicht die Absicht, noch mehr Zeit und Geld für Landis zu verschwenden. Er ist eine derart diskreditierte Person, dass es unmöglich wäre, ihn noch weiter zu diskreditieren."
Landis, dessen Toursieg 2006 wegen nachgewiesenen Dopings aberkannt worden war, hatte vor einem Jahr durch seine Aussagen die US-Ermittlungen gegen Armstrong, seinen Teamchef Johan Bruyneel und andere Teammitglieder in Gang gebracht. Der inzwischen nicht mehr aktive Landis hatte unter anderem über flächendeckendes Doping im damaligen Armstrong-Team US-Postal berichtet, für das er von 2002 bis 2004 fuhr.
Armstrong, der seine internationale Karriere beendet hat und in dieser Saison nur noch bei kleinen lokalen Rennen in den USA antreten will, hatte Doping stets bestritten und war in zahlreichen Prozessen in Europa gegen Personen vorgegangen, die das Gegenteil behaupteten. In nächster Zeit wird der 39-Jährige in den USA vor der Grand Jury erscheinen müssen.
Ballan und Santambrogio nicht beim Giro
Die unter Dopingverdacht stehenden Italiener Alessandro Ballan und Mauro Santambrogio werden derweil nicht beim Giro d'Italia an den Start gehen. Der Rennstall BMC zog den Straßenrad-Weltmeister von 2008 und seinen Teamkollegen wegen ihrer Verwicklung in die Dopingermittlungen der Staatsanwaltschaft in Mantua für die am Samstag in Turin beginnende Italien-Rundfahrt zurück.
Wie die italienische Zeitung "Gazzetta dello Sport" am Dienstag berichtete, soll Ballan während seiner Zeit beim Lampre-Rennstall im Jahr 2009 mindestens zehnmal Epo-Blutdoping betrieben sowie Wachstumshormone benutzt haben. Ermittler hörten Ballans Gespräche mit dem Apotheker Guido Nigrelli in Mariana Mantovana mit. Dieser steht im Verdacht, das Zentrum eines Dopingnetzwerks zu sein.