Dream Team Beethoven statt "Star Spangled Banner"
Honolulu - Das Testspiel zwischen dem US-Dream-Team und Kanada am Donnerstag in der Universitätshalle von Hawaii begann mit einer Kuriosität. Statt der amerikanischen Nationalhymne erklang die Neunte Symphonie von Beethoven. Ein Angestellter hatte versehentlich auf den falschen Knopf gedrückt.
Einige Akteure realisierten allerdings gar nicht so recht, was geschah. So auch Vince Carter, 23-jähriger NBA-Nachwuchsstar von den Toronto Raptors: "Ich dachte, vielleicht spielen die eine Version, die ich noch nicht kenne." Später auf dem Feld zeigte Carter besseren Durchblick und erzielte mit 29 Punkten die meisten Zähler für die Amerikaner, die Kanada zwar mit 99:70 bezwangen, sich dabei aber keineswegs mit Ruhm bekleckerten. Kein Wunder.
Während bei früheren Auftritten von US-Dream-Teams die erste Garde auflief, tritt im neuen Jahrtausend lediglich die zweite an. Bei den Spielen 1992 in Barcelona bot die amerikanische Mannschaft mit Michael Jordan, Magic Johnson oder Larry Bird das Beste auf, was es im US-Basketball gab. Vier Jahre später in Atlanta trugen Charles Barkley, Karl Malone oder Scottie Pippen das Nationaltrikot.
Dieses Jahr in Sydney sieht es anders aus. Die Besten fehlen. Weder Shaquille O´Neal und Kobe Bryant von den Los Angeles Lakers, dem amtierenden NBA-Champion, noch Tim Duncan (San Antonio Spurs) oder Grant Hill (Orlando Magic) sind dabei. Stattdessen stehen Spieler wie Vin Baker (Seattle SuperSonics), Antonio McDyess (Denver Nuggets) oder Shareef Abdur-Rahim (Vancouver Grizzlies) im Kader. Allesamt sehr gute Basketballer, aber keine Topstars. Dennoch dürfte es zum erneuten Gewinn der Goldmedaille langen. Auch der zweite Anzug der Amerikaner sitzt besser als der erste des Rests der Welt.