Dressurreiten: Silber für Salzgeber und Rusty - DER SPIEGEL
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Dressurreiten Silber für Salzgeber und Rusty

Topfavoritin Ulla Salzgeber hat bei der Abschiedsvorstellung ihres lettischen Wallachs Rusty das Nervenduell im Dressurviereck gegen die Niederländerin Anky van Grunsven verloren und die Krönung zur Dressur-Königin der Olympischen Spiele verpasst.
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Athen - Vier Jahre nach Bronze in Sydney und vier Tage nach dem Equipesieg in Athen reichte es für Salzgeber, 46, aus Bad Wörishofen und ihr 16 Jahre altes Pferd nur zu Silber im Einzel.

Ihr Traum, Rusty mit Doppel-Gold in den Ruhestand zu verabschieden, blieb unerfüllt, aber Ulla Salzgeber wollte sich ihre Abschiedsvorstellung nicht verderben lassen: "Ich bin froh, dass alles vorbei ist. Rusty ist in seiner letzten Prüfung sehr gut gegangen, und die Silbermedaille ist ja auch was. Ich kann nicht mehr dazu sagen, ich habe Anky und ihre Kür nicht gesehen."

In der abschließenden Kür zu Musik aus Carl Orffs Carmina Burana verlor Salzgeber ihren Vorsprung aus Grand Prix und Special und lag in der Endabrechnung mit einem Durchschnittswert von 78,833 Prozentpunkten hinter der Olympiasiegerin von Sydney mit Salinero (79,278) und der Spanierin Beatriz Ferrer-Salat mit Beauvalais (76,667). Hubertus Schmidt mit Wansuela Suerte (74,899) und Martin Schaudt mit Weltall (69,656) belegten die Plätze fünf und 15.

Im Grand Prix hatte Salzgeber zunächst die versammelte Konkurrenz mit einem herausragenden Ergebnis von 78,208 Prozentpunkten distanziert. Im Special hingegen hatte das Paar völlig enttäuscht, Rusty ließ sich von Wind und flatternden Fahnen nervös machen. Salzgeber war anschließend beinahe sprachlos, hatte zur Beruhigung ein paar Zigaretten geraucht und sagte nur: "Ein Wechselbad der Gefühle. Jetzt muss ich wieder angreifen."

Das tat sie, nachdem sie im Anschluss an eine nahezu perfekte Kür von Anky van Grunsven und ihrem zehnjährigen Salinero als letzte ins Viereck musste. Doch es reichte nicht. Salzgeber nahm es mit gespielter Gelassenheit: "Wenn es so sein soll, dann soll es so sein. Es trifft mich nicht so hart, weil ich nach dem Special schon damit gerechnet habe."