Deutscher Schwimm-Verband Expertenkommission soll Olympia-Debakel aufarbeiten
DSV-Athleten Steffen (l.), Schreiber: Hilfe vom Hockey und Tischtennis
Foto: Barbara Walton/ dpaHamburg - Die Bilanz des Deutschen Schwimm-Verbands DSV nach den Olympischen Sommerspielen 2012 in London war katastrophal: Erstmals seit 80 Jahren hatte es keine Podiums-Platzierungen im Becken gegeben, einziger Lichtblick war die Silbermedaille von Freischwimmer Thomas Lurz. Ansonsten: Erfolglosigkeit, Entsetzen, Verzweiflung.
Nun soll das Debakel aufgearbeitet werden: Eine elfköpfige Expertenkommission soll im Auftrag des DSV über die Konsequenzen des enttäuschenden Olympia-Auftritts beraten, darunter auch fünf externe Experten. Das teilte der Verband am Montag mit.
Die Kommission solle für alle vier DSV-Sparten Empfehlungen geben, "wie künftig die Struktur und die Rahmenbedingungen aussehen sollten, um eine erfolgreiche Olympiade und Olympische Spiele in Rio 2016 zu bestreiten", hieß es in der Mitteilung.
Auch Hockeytrainer Markus Weise im Experten-Team
DSV-Präsidentin Christa Thiel wird der Kommission vorstehen. Zudem hat der Verband Leistungssportdirektor Lutz Buschkow, Generalsekretär Jürgen Fornoff und Langstreckenschwimmer Thomas Lurz berufen. Hinzu kommen der Präsident des hessischen Verbands, Werner Freitag, und Vico Kohlat, Vizechef im nordrhein-westfälischen Landesverband.
Zu den fünf externen Vertretern gehört Hockey-Bundestrainer Markus Weise, der mit den Herren in London erneut die Goldmedaille geholt hatte. Außerdem wurden Professor Lutz Nordmann, Direktor der Trainerakademie Köln, und Dirk Schimmelpfennig, Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes, berufen.
Komplettiert wird die Kommission durch Ralf Scholt, Sportchef des Hessischen Rundfunks, und den stellvertretenden Leistungssportdirektor des Deutschen Olympischen Sportbunds, Thomas Sinsel.
Die Kommission hat viel Arbeit vor sich: "Wir haben es nicht geschafft, den Abwärtstrend, den es seit den Spielen 2004 gibt, zu stoppen", hatte Buschkow bereits kurz nach den letzten Schwimmwettkämpfen in London gesagt: "Unsere Topathleten konnten ihre Leistung nicht abrufen, wir haben den Anschluss an die Weltspitze verloren."