DTB: Neuer Ärger droht - DER SPIEGEL
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DTB Neuer Ärger droht

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Die schlimmen Nachrichten beim Deutschen Tennis Bund (DTB) reißen nicht ab. Noch sind die Begleitumstände der skandalumwitterten Trennung von den Top-Angestellten Günter Sanders und Christian Thiemann nicht annähernd geklärt, da erreichte den Verband die Hiobsbotschaft von möglichen Millionen-Einbußen.

Den weltweiten Vermarkter ISL der Masters-Serie, zu der auch die DTB-Veranstaltung am Hamburger Rothenbaum gehört, drücken finanzielle Schwierigkeiten. 1,2 Milliarden Dollar hat die Agentur mit Sitz im schweizerischen Zug investiert, um die elitäre Serie für zehn Jahre exklusiv vermarkten zu dürfen. Mit rund zwölf Millionen Dollar partizipiert der DTB an diesem Jahrhundert-Deal.


Der DTB ist "intakt"


"Ja, es stimmt, es gibt Probleme", sagte ein ATP-Sprecher am Mittwoch. ISL sei bereits an die ATP-Tour herangetreten, um das Abkommen zu diskutieren. Für dieses Jahr sei allerdings noch nicht mit negativen Auswirkungen der offenbaren Finanzschwäche zu rechnen. Die Zahlungen seien durch Bankbürgschaften und Kreditverträge der ISL-Banken gesichert, versicherte der ATP-Sprecher.

Von einer Krise im DTB will Präsident Georg von Waldenfels nichts wissen. Auf die Vorfälle in der Führungsetage, die am vergangenen Wochenende zu einer "gütlichen Einigung" geführt hatten, hätte man schließlich umgehend reagiert. "Das hat doch bewiesen, dass der Verband intakt ist." Einen Imageschaden könne er nicht ausmachen, so von Waldenfels.


"Das ist alles dummes Zeug"


Der frühere DTB-Geschäftsführer Sanders, der wie Thiemann ("Ich sage nur, dass wir uns in beiderseitigem Einvernehmen getrennt haben") aus einem langfristigen Vertrag ausgestiegen ist, äußerte sich im "Hamburger Abendblatt" am Dienstag erstmals öffentlich. "Ich habe mich nicht bereichert, und ich habe kein Geld veruntreut, noch haben Sponsoren meiner Frau kostenlos Fahrzeuge überlassen", sagte der 60-Jährige. "Die angeblichen Vorgänge liegen lange zurück und sind von den DTB-Gremien zigmal geprüft und nicht beanstandet worden. Und es geht zudem nicht um Millionen, das ist alles dummes Zeug."


Mit seiner Unterschrift unter den Aufhebungsvertrag habe er "einen Schlussstrich unter die Angelegenheit ziehen" wollen. "Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen." Zum Vorwurf, die Renovierung seines Hauses sei vom DTB im Zuge der Baumaßnahmen an der Hallerstraße mitbeglichen worden, äußerte sich Sanders im diffus: "Wer die Arbeiten letztlich bezahlt hat, weiß ich beim besten Willen nicht. Es lief alles ein bisschen komisch, die Sache hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Die Dinge sind unklar und können sicherlich je nach Standpunkt auch unterschiedlich interpretiert werden. Wenn der DTB für die Renovierungskosten aufgekommen sein sollte, wäre das in der Tat nicht in Ordnung."