Durststrecke vorbei: Zabel erstürmt den Turm - DER SPIEGEL
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Durststrecke vorbei Zabel erstürmt den Turm

Fast ein Jahr musste Erik Zabel auf einen Sieg warten, beim Rennen "Rund um den Henninger Turm" schlug der Sprinter wieder zu. Für den T-Mobile-Fahrer war es nicht nur deshalb ein ganz spezieller Erfolg.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Zabel hat seine 344-tägige Durststrecke beendet und als erster Radprofi zum dritten Mal den deutschen Klassiker "Rund um den Henninger Turm" gewonnen. Der Vizeweltmeister triumphierte im Sprint einer Ausreißergruppe und verwies Alejandro Borrajo (Argentinien) sowie Gerolsteiner-Profi Markus Zberg (Schweiz) auf die Plätze. Damit feierte das T-Mobile-Team den zweiten bedeutenden Sieg innerhalb von acht Tagen, nachdem Alexander Winokurow am vergangenen Sonntag den 91. Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich gewonnen hatte.

"Es ist für einen Deutschen immer ein besonderes Rennen. Ich war hochmotiviert und wollte unbedingt gewinnen. Dieser Sieg tut gut", sagte Zabel. Der 34-Jährige feierte seinen ersten Sieg seit dem 22. Mai 2004, damals gewann Zabel eine Etappe bei der Bayern-Rundfahrt. Am Henninger Turm hatte er bereits 1999 und 2002 triumphiert. Dieses Jahr ging das Rennen über 211,3 Kilometer durch den Taunus und das Frankfurter Stadtgebiet.

Vor knapp einer Million Zuschauern an der Strecke und Temperaturen von 28 Grad Celsius bewies Zabel im Schlussspurt seine Sprinterqualitäten und setzte sich bei seiner 13. Teilnahme am Henninger Turm überlegen durch. "Ich habe gezeigt, dass ich der beste deutsche Straßenradfahrer bin, was die Eintagesrennen betrifft", so Zabel selbstbewusst.

"Zu Gerolsteiner zu wechseln, wäre dumm"

T-Mobile-Teamchef Olaf Ludwig war ebenfalls zufrieden: "Wir wussten, dass wir mit Zabel, Matthias Kessler und Steffen Wesemann drei Fahrer haben, die in Frankfurt gewinnen können. Wer dann den Sieg holt, war eigentlich egal." Für das Team Gerolsteiner platzte indes im Feld der 162 Teilnehmer (21 Teams) der Traum vom zweiten Sieg in Frankfurt nach 2003. Damals hatte Davide Rebellin triumphiert.

Der neuerliche Triumph in Abwesenheit von Star Jan Ullrich dient Zabel auch als gewichtiges Argument bei den anstehenden Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung mit Teamboss Ludwig ("Ich will und Erik will"). Noch vor der Bayern-Rundfahrt wollen sich die beiden Mitte Mai erneut zusammensetzen. Seit zwölf Jahren fährt Zabel für den Bonner Rennstall. Einen Wechsel zu Gerolsteiner schließt der sechsmalige Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour de France aus. "Das wäre dumm", so Zabel, "in einem anderen deutschen Team würde ich ja den Druck nur mitnehmen."