Eishockey-WM DEB-Team ausgeschieden
Prag - Erstmals seit dem Wiederaufstieg vor vier Jahren hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft wieder das WM-Viertelfinale verpasst. Das Team von Bundestrainer Hans Zach schied durch eine 0:1 (0:0, 0:1, 0:0)-Niederlage gegen den Erzrivalen Schweiz in der Zwischenrunde der Weltmeisterschaft in Tschechien aus. Nach zweimal Rang acht und einmal Platz sechs in den vergangenen drei Jahren musste sich die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) diesmal mit dem neunten Rang zufrieden geben.
Das WM-Aus leitete ausgerechnet der einzige Spieler des deutschen Meisters im DEB-Team ein: Der Frankfurter Martin Reichel vertändelte genau 18 Tage nach dem Titelgewinn mit den Lions vor dem eigenen Tor den Puck und ermöglichte Valentin Wirz (34.) den Siegtreffer für die Schweizer, die zuletzt vor zwölf Jahren ein WM-Spiel gegen die DEB-Auswahl gewonnen hatten. Ein Unentschieden hätte der deutschen Mannschaft vor 5000 Zuschauern in der Sazka-Arena in Prag bereits zum Sprung unter die besten Acht gereicht. Nach dem Rückstand bemühte sich die DEB-Auswahl aber vergeblich um den Ausgleichstreffer.
Riesenchance nach 25 Sekunden
"Wir haben 60 Minuten sehr hart gearbeitet und wie immer großartig gekämpft. In den letzten Jahren waren wir immer die Glücklicheren. Diesmal haben die Schweizer die entscheidenden Kleinigkeiten, die Abpraller, genutzt", zog Zach unmittelbar nach dem WM-Aus ein erstes Fazit und fügte im selben Atemzug mit Blick auf die Zukunft hinzu: "Diese Niederlage bringt mich nicht von meinem Weg ab."
Das deutsche Eishockey-Nationalteam, das die letzten drei WM-Duelle mit dem Erzrivalen für sich entschieden hatte, muss nun sogar wieder um die direkte Olympia-Qualifikation bangen. Sollten sich die Schweizer am Donnerstag gegen Ex-Weltmeister Slowakei durchsetzen und ins Halbfinale einziehen, hätte der DEB sein Direktticket für Turin 2006 verloren.
Keine Durchschlagskraft in Überzahl
In einer Partie auf eher bescheidenem Niveau dominierte die deutsche Mannschaft im Auftaktdrittel, ohne allerdings zu glänzen. Den sichtlich nervösen Eidgenossen ließen die Zach-Schützlinge kaum eine Torchance. Auf der anderen Seite hatte der Schweizer Keeper mehr zu tun. Die beste Möglichkeit zur Führung vergab Klaus Kathan, der - nach Hecht-Zuspiel - den Puck neben das Tor setzte.
Im zweiten Abschnitt zeigte sich einmal mehr die eklatante Powerplay-Schwäche: Dreimal agierten die Zach-Schützlinge in Überzahl, nicht eine ernsthafte Torchance sprang dabei heraus. "Das ist seit Jahrzehnten eine deutsche Schwäche", klagte Zach: "Kaum ein Deutscher spielt im Club im Powerplay." In der Überzahlstatistik der WM ist nur Absteiger Frankreich schwächer als das deutsche Team.
In der Abschlusspartie der Zwischenrunden-Gruppe F besiegten die USA Dänemark mit 8:3.
Deutschland - Schweiz 0:1 (0:0, 0:1, 0:0)
0:1 Wirz (33:29)
Deutschland: Kölzig (Washington Capitals/23 Länderspiele) - Lüdemann (Kölner Haie/125), Molling (Adler Mannheim/122); Benda (Bars Kasan/Russland/150), Leask (Eisbären Berlin/14); Kunce (Krefeld Pinguine/102), Renz (Kölner Haie/100); Retzer (Kassel Huskies/42) - Hecht (Buffalo Sabres/59), Ustorf (Krefeld Pinguine/90), Kathan (Adler Mannheim/114); Martinec (Adler Mannheim/39), Reichel (Frankfurt Lions/144), Greilinger (Nürnberg Ice Tigers/57); Morczinietz (Kölner Haie/53), Abstreiter (Kassel Huskies/109), Kreutzer (DEG Metro Stars/112); Lewandowski (Kölner Haie/57), Boos (Kölner Haie/61), Blank (Kölner Haie/51); Ullmann (Adler Mannheim/14)
Schweiz: Gerber - Hirschi, Steinegger; Seger, Vauclair; Forster, Streit; Keller, Bezina - Della Rossa, Fischer, Plüss; Jeannin, Wichser, Paterlini; Rüthemann, Wirz, Ziegler; Ambühl, Jenni, Reichert
Schiedsrichter: Looker (USA)
Zuschauer: 5000
Strafminuten: Deutschland 10 - Schweiz 14