Eiskunstlauf Pluschenko zaubert auf dem Eis
Wien - Dank einer sensationellen Sprungkombination hat Jewgenij Pluschenko seinen russischen Landsmann Alexej Jagudin von Europas Eiskunstlauf-Thron gestoßen. Der 17-Jährige brillierte mit einer unglaublichen Serie aus vierfachem Toe-Loop, dreifachem Toe-Loop und doppeltem Rittberger - alle neun Preisrichter setzten den nationalen Champion auf den ersten Platz. Die Bronzemedaille holte sich Ex-Europameister Dimitrij Dimitrenko aus der Ukraine.
Das interne Duell zwischen dem deutschen Meister Stefan Lindemann und seinem Vorgänger Andrejs Vlascenko entschied überraschend der deutsche Ex-Meister vor 3000 Zuschauern in der Wiener Stadthalle für sich. Mit seiner besten Kür der laufenden Saison schob sich der letztjährige EM-Vierte noch an seinem Kontrahenten vorbei. Eine Schwächephase in der vierten Minute besiegelte Lindemanns knappe Niederlage in diesem Prestigevergleich.
"Ich denke, ich habe trotzdem Grund, stolz auf meine Leistung zu sein", sagte Lindemann, der bei seinem EM-Debüt im vergangenen Jahr 17. geworden war. Vlascenko gab sich nach seiner deutlichen Leistungssteigerung gegenüber den Vortagen erleichtert: "Es war schwer, aus diesem Loch wieder herauszukommen, aber jetzt habe ich wieder zu mir gefunden."
Für Marina Anissina und Gwendal Peizerat ist unterdessen der erste große internationale Titel zum Greifen nach. Mit dem besten Originaltanz bauten die Olympia-Dritten von 1998 ihren Vorsprung weiter aus und gehen als klare Favoriten in die Kür-Entscheidung am Freitag (18.30 Uhr). In der österreichischen Hauptstadt fehlen allerdings verletzungsbedingt die russischen Titelverteidiger Anjelika Krylowa und Oleg Owsiannikow.
Hinter den Franzosen verteidigten zu südamerikanischen Klängen Barbara Fusar-Poli und Maurizio Margaglio aus Italien ihren zweiten Platz, Rang drei nehmen die Russen Irina Lobatschewa und Ilja Averbuch ein. Mit der besten Kürwertung könnten allerdings die Italiener den Gesamtsieg der Vizeweltmeister noch verhindern.
Wie Anissina/Peizerat stehen auch Kati Winkler und Rene Lohse vor dem größten internationalen Erfolg ihrer Karriere. Die in Oberstdorf lebenden und trainierenden Berliner verbesserten sich mit einem schwungvollen Vortrag vom sechsten auf den fünften Platz und qualifizierten sich damals erstmals in ihrer Laufbahn für die leistungsstärkste letzte Gruppe in der Kür.
"Das ist sehr aufregend. Diesmal wird es noch nicht reichen, aber unser Ziel ist und bleibt es, irgendwann eine Medaille zu holen", sagte Winkler. Ein Schritt nach vorne in den Ergebnislisten sollte auch Stephanie und Thomas Rauer aus Essen gelingen. Die deutschen Vizemeister, im Vorjahr EM-16., behaupteten ihren 15. Platz aus den Pflichttänzen. Dabei hatte Stephanie ihren Bruder beim morgendlichen Training noch mit der Schlittschuhkufe in Augennähe getroffen und dabei leicht verletzt.