Eiskunstlauf: Sensation durch Sarah Hughes - DER SPIEGEL
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Eiskunstlauf Sensation durch Sarah Hughes

Nicht die hohe Favoritin Michelle Kwan (USA) oder die Russin Irina Slutskaja holten Gold beim Eiskunstlauf der Damen, sondern die als Außenseiterin angetretene Amerikanerin Sarah Hughes.
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Salt Lake City - Die Amerikanerin Sarah Hughes ist Olympiasiegerin im Eiskunstlauf. Die 16-Jährige lief am Donnerstag in Salt Lake City die beste Kür und holte völlig überraschend Gold vor der Russin Irina Slutskaja und Favoritin Michelle Kwan (USA). Eine deutsche Teilnehmerin war nicht am Start.

Als Sarah Hughes das Eis betrat, waren die rund 16.000 Besucher in der ausverkauften Arena außer Rand und Band. Der New Yorkerin, die in ihrer Kurzkür nicht ohne Makel geblieben war, brillierte mit einem fehlerfreien Programm. Sie überholte von Rang vier aus nicht nur ihre Teamkollegin Sasha Cohen, die Nerven zeigte und stürzte, sondern auch die beiden Top-Läuferinnen.

Lob von Katarina Witt


Die viermalige Weltmeisterin Kwan patzte, die viermalige Europameisterin Slutskaja zauderte - und der erst 16 Jahre alte Teenager aus dem Staate New York nutzte die unverhoffte Chance mit Bravour. "Sarah hat das schwierigste Programm und eine tolle Ausstrahlung gezeigt, irre", kommentierte Eiskönigin Katarina Witt den unverhofften Ausgang eines Abends, bei dem 16.500 Zuschauer eigentlich einen Triumph ihres Lieblings Kwan zelebrieren wollten.

Dass es ganz anders kam, daran hatte die nach dem Kurzprogramm führende Silbermedaillengewinnerin von Nagano selbst schuld. Ein Sturz beim dreifachen Flip, ihrem Paradesprung, leitete die Niederlage ein, schon zuvor hatte die 21-Jährige ihre Dreifach-Dreifach-Kombination ausgelassen.Entsprechend drastisch fiel die Wortwahl bei Kufen-Millionärin Kwan aus. "Die ganze Woche habe ich gut trainiert, beim Einlaufen hat alles funktioniert und nun so ein verdammter Mist", schimpfte die Jurastudentin von der UCLA auf sich selbst wie ein aus dem Sattel gepurzelter Cowboy aus dem Wilden Westen.

Dauerkonkurrentin Irina Slutskaja leistete sich keinen groben Patzer, doch den Sieg mochten die Preisrichter ihr wegen der fehlenden Ausstrahlung nicht geben. Die 23 Jahre alte Moskauerin glänzte mit ihrer Sprungkraft und zeigte anspruchsvolle Pirouetten.

Die russische Seele schmerzt


Bei allem Zorn akzeptierte Kwan letztlich ihre Niederlage, Slutskaja hingegen, üblicherweise auch bei zweiten und dritten Plätzen recht fröhlich, war diesmal doch ungehalten. "Ich bin offenkundig nicht die einzige Russin hier, die etwas durchmachen muss. Meine Noten für die Präsentation waren eine Schande", monierte die Moskauerin, auf den Zwist ihres Nationalen Olympischen Komitees mit dem Internationalen Olympischen Komitee anspielend.