Eiskunstlauf-WM Deutsche laufen hinterher
Vancouver - Immerhin qualifizierte sich Stefan Lindemann mit einer starken Kür für das Kurzprogramm. Der Erfurter wurde Neunter in der Qualifikationsgruppe A und erreichte so das Hauptfeld.
Mit dem Comeback ihres Schützlings, der sich nach langer Verletzungspause erst kurz vor der WM wieder gesund gemeldet hatte, war Lindemanns Trainerin, Ilona Schindler, äußerst zufrieden. "Die Nummer 1 am frühen Morgen war dieses Mal unsere Glücksnummer", meinte Schindler nach dem Auftritt um kurz nach acht Uhr. Lindemanns Ziel, ein Platz unter den ersten zehn, wird aber dennoch schwer zu erreichen sein.
Ewgeni Pluschenko führt, Alexej Jagudin angeschlagen
Bei den Herren führt der Russe Ewgeni Pluschenko vor den beiden US-Amerikanern Todd Eldredge und Timothy Goebel. Dahinter folgt Alexander Abt aus Russland. Sein Landsmann, der dreifache Weltmeister Alexej Jagudin, landete nur auf dem fünften Platz. Allerdings war Jagudin vor 16.000 Zuschauern wegen einer Fußverletzung so stark gehandicapt, dass er der Konkurrenz das Feld nahezu kampflos überlassen musste. So wurde es nichts aus dem mit Spannung erwarteten Duell Titelverteidiger Jagudin gegen Herausforderer Pluschenko.
"Alexej hat sich am Freitag beim Jogging eine Verletzung im Fuß zugezogen. Eine Röntgenaufnahme hat ergeben, dass sich dort Flüssigkeit angesammelt und entzündet hat", berichtete Trainerin Tatjana Tarassowa. Vor einer Wettkampfabsage schreckte der Olympia-Fünfte von Nagano zwar noch zurück, doch an eine Medaille oder gar den Sieg ist nicht mehr zu denken.
Mariana Kautz und Norman Jeschke auf Rang 16
Das gilt auch für das einzige deutsche Paar, Mariana Kautz und Norman Jeschke. Die Berliner liefen das Kurzprogramm nicht fehlerfrei und liegen vor der Kür am Mittwoch auf Rang 16. "Wenn wir unseren elften Platz aus dem Vorjahr bestätigen, wären wir glücklich. Das Feld ist in diesem Jahr enorm stark", sagte Jeschke.
Bereits ein 16. Rang in der Endplatzierung würde einen olympischen Startplatz für Salt Lake City nach den Regularien des Weltverbandes ISU garantieren. Anderenfalls müssten die EM-Neunten, die wegen eines Bänderrisses von Kautz' bislang nur wenig trainieren konnten, bei einem Qualifikationswettkampf im November in Zagreb antreten.
Nach ihrer Doping-Sperre im vergangenen Jahr melden die zweimaligen Weltmeister Jelena Bereschnaja und Anton Sicharulidse (Russland) wieder Titelansprüche an. Hinter ihnen liegen die Chinesen Xue Shen und Hongbo Zhao als Zweite vor den Lokalmatadoren Jamie Sale und David Pelletier.
Trotz der Führung will Sicharulidse von einer Vorentscheidung noch nichts wissen: "Das war nur ein Anfang, auch wenn es unser bestes Kurzprogramm in dieser Saison war. Dieser Wettbewerb ist eine der interessantesten Paarlauf-Konkurrenzen aller Zeiten."