Eiskunstlaufen: Steuer erhebt schwere Anschuldigungen - DER SPIEGEL
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Eiskunstlaufen Steuer erhebt schwere Anschuldigungen

Überforderung, Inkompetenz, Geldverschwendung: Ingo Steuer erhebt schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Eislauf-Union. Die Stasi-Sportkommission bekam ebenfalls den Rundumschlag des Coaches zu spüren. Für Spitzeldienste will er nie Geld bekommen haben.
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Hamburg - "Der Verband hat keinen Arsch in der Hose. Nach außen stellen sie sich hin und sagen, sie helfen, wo sie können. Aber in Wirklichkeit kommt nichts. Die Herren wirken komplett überfordert", sagte der 39-Jährige in der "Bild"-Zeitung und warf der DEU mangelnde Unterstützung vor.

Er wolle Deutschland wieder an die Weltspitze führen. Man könne ganz bald wieder große Titel gewinnen. Aber der Verband rühre sich laut Steuer nicht. Ob er auf Honorarbasis über das Ende der Saison 2005/2006 hinaus weiterarbeiten kann, ist noch unklar. Der Verband habe dank der Erfolge, die der Coach mit den Paarläufern Aljona Savchenko und Robin Szolkowy errungen habe, viel Geld verdient, Steuer befürchtet aber, dass diese Einnahmen irgendwo "versickern" würden.

"Ich habe bei Olympia so viele Funktionäre gesehen, die tauchen das ganze Jahr über nicht auf. Was glauben Sie, wen wir mit den Reisespesen alles fördern könnten?", sagte der Trainer. Steuer war vom Nationalen Olympischen Komitee NOK aufgrund seiner Vergangenheit zunächst offiziell aus der Mannschaft für die Winterspiele im Februar in Turin ausgeschlossen worden und hatte sich anschließend auf dem Rechtsweg aber wieder ins Team hineingeklagt.

Die DEU reagierte überrascht, aber gelassen auf die Kritik. "Herr Steuer sagt in letzter Zeit viele starke Worte. Über seine jetzigen Aussagen muss ich erst einmal nachdenken. Wir haben alles Mögliche für den Trainer und das Paar getan", sagte Sportdirektor Udo Dönsdorf dem Sport-Informations-Dienst. Er wolle die Tür für Steuer trotz der Verbalattacke aber nicht schließen.

Auch die Stasi-Kommission des deutschen Sports wurde von Steuer angegangen. Die Kommissions-Vorsitzende Hanna-Renate Laurien hatte Anfang April erklärt, dass der Trainer "im Vierteljahr 4000 Ostmark als Judaslohn erhalten" habe. "Ich weiß nicht, wie Frau Laurien darauf kommt. Das ist Rufmord, dreist und nur falsch. Ich habe für meine Berichte nie einen Pfennig bekommen - nur als Unterstützung meines Sports gab es mal 100 oder 150 Mark", behauptete Steuer.

Auch wenn er niemanden durch seine Stasi-Tätigkeit in "Schwierigkeiten gebracht" und "nur Lappalien aufgeschrieben" habe, bereue er sein Engagement: "Im Nachhinein war es ein Fehler. Ich schäme mich für die Zeit. Aber ich war damals 18. Ich konnte nicht ahnen, was passieren wird. Ich hätte in meinem Sport - und er war mein Leben - keine Zukunft gehabt, wenn ich mich der Arbeit verweigert hätte."

goe/sid

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