Eisschnelllauf: Aufregung um Anni Friesinger - DER SPIEGEL
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Eisschnelllauf Aufregung um Anni Friesinger

Trotz eines Trainingsunfalls kurz vor dem Wettkampf hat Top-Favoritin Anni Friesinger einen nahezu optimalen Auftakt bei der Eisschnelllauf-EM hingelegt.
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Erfurt - Vor über 3000 Zuschauern in der seit Wochen ausverkauften Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle von Erfurt hat Weltmeisterin Anni Friesinger aus Inzell ihre Ausnahmestellung in dieser Saison trotz des Missgeschicks beim Warmmachen auch über 500 Meter bestätigen können: In 39,67 Sekunden lief sie die mit Abstand beste Zeit und untermauerte damit nachdrücklich ihre Ambitionen auf ihren zweiten EM-Titel nach 2000.

Harte Konkurrenz droht ihr aber weiter von der Berlinerin Claudia Pechstein, die im Sprint auf Platz zwei einkam (40,16) und der Rivalin auch im Mehrkampf Paroli bieten will. Auch die Niederländerin Tonny de Jong (40,17) ist nach einer Leistungssteigerung zu beachten.

"Blöder konnte es eigentlich kaum laufen, aber jetzt will ich den Sturz ganz schnell abhaken", sagte Friesinger anschließend. "Eigentlich hatte ich mir noch mehr Vorsprung ausgerechnet, aber Claudia Pechstein ist heute super gelaufen", erkannte sie die Leistung der zweitplatzierten Berlinerin an.

Breuer überzeugte im Sprint


Auch die deutschen Herren wussten zum Auftakt durchaus zu gefallen. Christian Breuer (Grefrath) musste über 500 Meter in 36,73 Sekunden nur dem Norweger Petter Andersen (36,63) den Vortritt lassen. Auch Jan Friesinger Inzell/12.) und Danny Leger (Erfurt/14.) schufen sich akzeptable Ausgangspositionen für den Vierkampf.

Das Friesinger-Debüt im Olympia-Jahr hatte unter keinem guten Stern gestanden. Beim Abschlusstraining war die Top-Favoritin gestürzt und hatte sich leichte Prellungen zugezogen. Bei Startübungen auf der Innenbahn war sie von einer Läufergruppe erfasst worden und musste mit dem Eis auf unliebsame Weise Bekanntschaft machen. Bei dem Sturz wurde auch ihr Schlittschuh an der Schiene demoliert, so dass die deutschen Material-Experten mit Volldampf versuchten, das Gerät bis zum ersten Startschuss wieder in Ordnung zu bringen. Auch die Karbonfassung des Schuhs war zerplittert und musste mit Klebstoff gekittet werden.

Erinnerungen an Baselga


"Im Vorjahr bin ich bei der EM in Baselga auch schwer gestürzt und schließlich zweimal Weltmeisterin geworden. Ich versuche halt alles von der positiven Seite zu sehen", erklärte das deutsche Kufenass. Allerdings hatte sie vor dem Rennen doch einige Bedenken, ob das Material ihr nicht doch einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

Überaus zufrieden mit seinem Auftaktrennen war auch Christian Breuer. "Ich bin nicht volles Risiko gegangen, um mein Mehrkampfresultat nicht durch einen Sturz zu gefährden. Jetzt stelle ich mir das Ziel, Andersen über 1500 Meter zu bezwingen", blickte der Mittelstrecken-Spezialist voraus. Mit dem zweiten Platz knüpfte er nahtlos an seine vorjährige WM-Leistung an, als er in Budapest sogar bester Sprinter unter den Allroundern gewesen war.