Eisschnelllauf: Deutsche Damen räumen ab - DER SPIEGEL
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Eisschnelllauf Deutsche Damen räumen ab

Bei der Einzelstrecken-WM im japanischen Nagano haben sich die deutschen Eisschnellläuferinnen die Goldmedaillen drei und vier gesichert. Monique Garbrecht die 1000 Meter, Gunda Niemann-Stirnemann holte sich den Titel über 5000 Meter
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Nagano - Monique Garbrecht und Gunda Niemann-Stirnemann glänzten am zweiten Tag der Einzelstrecken-WM der Eisschnellläufer in Nagano. Die 31-jährige Monique Garbrecht fügte ihrem 500-Meter-Erfolg eine kaum erwartete zweite Goldmedaille hinzu und setzte sich auch im Rennen über 1000 Meter durch. In 1:16,59 Minuten nahm sie der zweifachen Olympiasiegerin Marianne Timmer aus den Niederlanden 0,12 Sekunden ab. Favoritin Chris Witty (USA/1:17,28) kam am Samstag deutlich geschlagen nur auf Platz drei.

Die 33-jährige Gunda Niemann-Stirnemann revanchierte sich danach über 5000 Meter mit für die Niederlage vom Vortag gegen Claudia Pechstein und gewann mit 1,97 Sekunden Vorsprung deutlich vor der Berlinerin. Damit hat das deutsche Team in Nagano mit vier Titeln bereits einen Tag vor WM-Ende eine Ausbeute, wie man sie bei den vorherigen vier Weltmeisterschaften noch nie erzielen konnte.

"Ich kann das alles noch gar nicht fassen", sagte Monique Garbrecht mit Tränen in den Augen nach ihrer zweiten Goldmedaille. "Es war ein Superrennen wie im vorigen Jahr in Calgary, als ich Weltrekord lief." In dieser Saison hat Monique Garbrecht das Optimum erreicht: Sie gewann die Weltcups über 500 und 1000 m, holte sich auf diesen Strecken die WM-Titel und war auch im Vierkampf eine Woche zuvor nicht zu schlagen. Zudem ist sie die erste Frau, der Siege auf beiden Sprintstrecken bei einer Einzel-WM gelangen.

Das 5000-Meter-Duell zwischen Niemann und Pechstein war geprägt von der Taktik. Frühzeitig übernahm Niemann das Kommando, griff zwei Mal an und hatte bei 3000 Meter schon eine Vorentscheidung herbeigeführt. Am Ende sprang mit 6:58,71 Minuten auch noch eine Zeit heraus, die nur knapp über ihrem eigenen Weltrekord (6:56,84) liegt. "Aber wichtiger ist der Erfolg. Ich wollte mindestens eine Goldmedaille, und ich wusste, dass gegen Claudia bis zum letzten Meter alles möglich ist. Das hat man ja über 3000 Meter am Freitag gesehen", kommentierte die Erfurterin, für die es nach dem Gewinn zweier Weltcups "erst" der erste WM-Titel in dieser Saison war. Insgesamt ist es in der glanzvollen Karriere der 33-jährigen aber bereits die Nummer 17.

Diskussionen gab es um den Start von Marianne Timmer, deren Hämatokritwert von 47,4 Prozent den für die Frauen festgelegten Grenzwert von 47 (Männer 50) knapp überschritt. ISU-Präsident Gerd Zimmermann (Inzell) entlastete die 25-Jährige: "Der Hämatokritwert ist bekanntlich nur einer von drei Testpunkten. Alle anderen Werte lagen in solchen Bereichen, dass Doping definitiv ausgeschlossen werden kann und eine gesundheitliche Gefährdung noch nicht bestand." Der Weltverband ISU hat dazu in seine immer noch in der Probephase befindlichen neuen Regularien extra den Begriff "Slide Difference" eingebaut, der eine flexible Auslegung nach Anhörung von Sportlern, Teamführung und ISU-Vertretern ermöglicht. Viele Sportler, darunter ein großer Teil der Deutschen, halten diese Vorgehensweise allerdings für nicht konsequent.

Im 500-m-Wettbewerb der Männer feierte die dieses Mal ausverkaufte Halle ihren erwarteten "Shimizu-Tag". Olympiasieger Hiroyasu Shimizu gewann beide Läufe souverän, während Weltrekordler Jeremy Wotherspoon (Kanada) mit Rang drei hinter seinem Landsmann Mike Ireland zufrieden sein musste. Der deutsche Meister Michael Künzel wurde Siebter. Über 1 500 m setzte sich Titelverteidiger Ids Postma (Niederlande/1:47,98 Minuten) klar gegen Adne Soendral (Norwegen/1:48,61) durch. Der deutsche Meister Christian Breuer (Grefrath/1:49,68) wurde Achter.